Nachhaltige Unternehmensphilosophie
Umweltdruckerei Lokay gewinnt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2023

In Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz wurde am 2. Dezember 2022 in Düsseldorf der 15. Deutsche Nachhaltigkeitspreis übergeben. Vorreiter der nachhaltigen Transformation aus verschiedenen Branchen und Sektoren wurden für wirksame Konzepte gegen Klimawandel, Ressourcenverschwendung und gesellschaftliche Spaltung ausgezeichnet. Prämiert wurden Firmen, die glaubwürdige und vorbildliche Beiträge zur nachhaltigen Transformation der Wirtschaft leisten. Einer der beiden Sieger in der Sparte Unternehmen war die Reinheimer Druckerei Lokay.

Ralf Lokay (Mitte) bei der Preisverleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2023, Bildquelle: Lokay Druck
Ralf Lokay (Mitte) bei der Preisverleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2023, Bildquelle: Lokay Druck

Der Preis stellt seit 2008 vorbildliche Nachhaltigkeitsleistungen aus Wirtschaft, Kommunen und Forschung in den Vordergrund und wird seither jährlich von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung sowie kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen vergeben.

Mit mehr als 1.000 Bewerbungen ist der jährliche Wettbewerb der größte seiner Art in Europa. Er hat das Ziel, Wirtschaft und den kommunalen Sektor in nachhaltigem Handeln zu bestärken und die Grundsätze nachhaltiger Entwicklung in der öffentlichen Wahrnehmung sichtbarer zu machen.

Er soll zeigen, dass verantwortliches Handeln nicht nur hilft soziale und ökologische Probleme im globalen, regionalen und lokalen Maßstab zu lösen, sondern dadurch, gemäß der Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie, auch Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig wirtschaftender Unternehmen fördern kann.

Lokay als Vorbild im Transformationsfeld Klima

Eines der prämierten Vorbilder wurde im Transformationsfeld Klima die Umweltdruckerei Lokay aus Reinheim. Und das hat seinen Grund: Der mittelständische Betrieb arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten konsequent systematisch daran, Klima und Ressourcen zu schonen, seine Umweltauswirkungen zu vermeiden oder zu minimieren. Heute zählt die Druckerei zu den wichtigsten umweltfreundlichen Unternehmen der globalen Kollaboration zur Erreichung fundamentaler Klimaschutzziele.

„Die Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2 Grad ist halbherzig nicht erreichbar“, erklärt Ralf Lokay, „darum machen wir mehr als einfache Kompensation von Emissionen. Wir verfolgen seit vielen Jahren die Strategie, Treibhausgase massiv einzusparen. Über 90 Prozent haben wir durch verschiedenste Maßnahmen schon reduzieren können. Aber bis wir unser Ziel ganz erreicht haben, überkompensieren wir, um einen aktiven Beitrag zum Pariser Klimaziel zu leisten.“

Seit 2007 produziert die Umweltdruckerei Lokay klimaneutral und konnte mit Hilfe einer umfänglichen energetischen Gebäudesanierung sowie dem Einsatz von Ökostrom über 90 Prozent der produktions- und energiebedingten Treibhausgase gemäß der Scopes 1 und 2 des Greenhouse Gas Protokolls vermeiden oder minimieren. Um das klimatische Gleichgewicht zwischen Anstieg und Senkung der Treibhausgasemissionen grundsätzlich nachhaltig herzustellen, müssen Technologien für einen effizienten Rohstoffverbrauch optimiert werden. Daran arbeiten die Mitarbeiter:innen des Unternehmens seit Jahren kontinuierlich.

Vorbildlicher Einsatz für den Klimaschutz

Doch nicht nur innerhalb des Unternehmens setzt Lokay seine Philosophie betrieblicher Nachhaltigkeit um. Seit Jahren hat sich die Druckerei als EMAS zertifiziertes Unternehmen verpflichtet, seine betrieblichen Umweltschutzprozesse transparent nach außen zu kommunizieren. Durch öffentliche Kommunikation, Teilnahme an Messen, Fachkonferenzen, Vorträgen und Vernetzung mit Stakeholdern und der periodischen Veröffentlichung seiner aktualisierten Umwelterklärungen, beeinflusst die mittelständische Druckerei die Diskussionen zwischen den ökologisch orientierten Akteuren der gesamten Branche auf positive Weise.

Ralf Lokay und Jonas Muhly Umweltbeauftragter bei der Preisverleihung, Bildquelle: Ralf Ruehmeier

Die Druckerei ist seit 2020 als erste Druckerei Deutschlands nach dem Cradle-to-Cradle-Certified®-Standard zertifiziert und seit diesem Jahr offiziell klimapositiv durch doppelte Kompensation sämtlicher Restemissionen. Seither wurde an der Entwicklung von kreislauffähigen Materialien für eine gänzlich abfallfreie und klimapositive Druckproduktion gearbeitet. Dazu gehören alkoholfreier Druck mit Ökostrom und Öko-Farben – bevorzugt auf Recyclingpapier mit dem Blauen Engel sowie die Herstellung von Druckprodukten, die mit dem Blauer Engel Label DE-UZ 195 zertifiziert sind. Seit 2017 ist das Unternehmen mit diesem Label des Umweltbundesamtes ausgezeichnet und gehört damit zur Avantgarde der 52 Druckunternehmen die diese zertifizierten Blauer Engel Druckprodukte anbieten.

Genauso werden aber auch weitere kreative Einfälle verfolgt und umgesetzt, wie etwa das einzigartige  Papiermusterbuch, das mit Hilfe der vorgestellten Musterpapiere aufzeigt, wie gefährdete Tierarten auch durch Verwendung von Recyclingpapier aktiv geschützt werden können. Dem Firmeninhaber und seinem Team aus rund 30 Mitarbeitenden ist keine Idee zu groß oder zu klein.

„Was wir machen, machen wir leidenschaftlich und konsequent“, sagt Druckereichef Ralf Lokay.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist daher die Krönung einer langen Reihe von Auszeichnungen, die die Umweltdruckerei Lokay allein in diesem Jahr erhalten hat.

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Guido Rochus Schmidt

Guido Rochus Schmidt

Autor, Redakteur, Experte für die Nachhaltige Medienproduktion, Lobbyist für die Nachhaltige Transformation

Guido Rochus Schmidt war von 1979 bis 2013 Geschäftsführer der Ulenspiegel Druck GmbH & Co. KG, die 1999 als erste Druckerei Bayerns das EMAS-Zertifikat der Europäischen Union erhielt. Als Umweltexperte betreute er von 1999 bis 2017 die ökologische Fortentwicklung des Unternehmens. Seit 2017 berät der Experte Unternehmen bei allen Fragen der Nachhaltigen Medienproduktion.

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Klimapositivität
​Klimaneutral war gestern, denn der Zeitpunkt an dem sich der Klimawandel verselbständigt, wird schon bald erreicht sein. Die Erderwärmung wird erst dann wieder zum Stillstand kommen, wenn es gelingt, das Gleichgewicht zwischen Ausstoß und Senkung von Treibhausgasen nicht nur zu neutralisieren, sondern ins Positive zu wandeln. Klimapositivität ist daher das Gebot der Stunde,

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