bonitasprint gmbh
Vom Prinzip zu Printzipia

Die Anfänge von bonitasprint gmbh liegen bald 220 Jahre zurück. Damals herrschte in Deutschland noch die Kleinstaaterei. Das Heilige Römische Reich (deutscher Nation) war im Niedergang begriffen und fiel schließlich, am Beginn des 19. Jahrhunderts, der Invasion der französischen Armee während der Napoleonischen Kriege zum Opfer. In dieser wirren Epoche beendete ein junger Mann in Würzburg seine Lehrzeit als Drucker und legte damit den Grundstein für die heutige bonitasprint gmbh.

PRoduktionshalle Druckerei bonitasprint gmbh, Würzburg
Betriebsgebäude der bonitasprint gmbH, Bild:bonitasprint gmbh (Hinweise zur möglichen Pflicht der Kennzeichnung als Werbung).

Im Jahr 1802, als das Alte Reich zerfiel und im Zug der territorialen Neuordung des Deutschen Reichs die Anzahl der Einzelstaaten von 112 auf weniger als 50 gekürzt und fast alle geistlichen Fürstentümer enteignet wurden, gründete Carl Philipp Bonitas nach seiner Lehrzeit beim berühmten Würzburger Universitätsbuchdrucker Franz Ernst Nitribitt eine Druckerei und einen Musikverlag: die C. Ph. Bonitas’sche Kunst- und Musikhandlung, mit Sitz auf dem Kürschnerhof.

1808 wurde die Druckerei mit der Lithographieanstalt von Bonitas‘ Schwager, Christian Bauer, zusammengelegt und so entstand der Verlag Christian Bauer, wobei Bauer das damals neue Lithographie-Verfahren zur Herstellung von Noten für den Hausmusikgebrauch benutzte.

Die Druckerei Bonitas-Bauer entstand 1830, als die beiden Unternehmen zur Carl Philipp Bonitas‘schen Verlagshandlung und Buchdruckerei fusionierten. 1846 erschien im Verlag Bonitas-Bauer u. a. Die Würzburger Bischofs-Chronik, die seinerzeit im Jahr 1546 vom bischöflichen Sekretär Magister Lorenz Fries im Auftrag von Fürstbischof Melchior Zobel von Giebelstadt geschrieben worden war, sowie der Würzburger Stadt- und Landbote.

Im Jahr 1921 verlagerte man die Technik vom Steindruck auf den Buchhochdruck und stellte die dafür erforderlichen Klischees als erster graphischer Betrieb in Würzburg selbst her.
Bald nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1947 erneut mit der Klischeeherstellung begonnen. 1956 führte man den Offsetdruck ein, und 1968 folgte der Fotosatz. Nach vielen Jahren der wirtschaftlichen Prosperität geriet das Unternehmen zur Jahrtausendwende in den Strudel der allgemeinen Krise der grafischen Industrie.

In den Jahren 2003 und 2005 wurde die Druckerei Bonitas Bauer von zwei Insolvenzen schwer gebeutelt. Doch in Dieter Körner fand sich schnell ein neuer Besitzer. Dieter Körner, der 1993 als Einmannbetrieb eine kleine Druckerei mit einer Rotaprint-Druckmaschine gegründet hatte, ist ein Mensch, der weiß, wie schwierige Dinge sinnvoll zu lösen sind. Sein wirtschaftliches Konzept für den Weiterbestand der maroden Druckerei überzeugte den Insolvenzverwalter von Bonitas Bauer und bald bekam das Unternehmen unter Führung von Dieter Körner neuen Auftrieb.

In den beiden folgenden Jahren wurde stufenweise der gesamte Maschinenpark mit Ausnahme einiger „historischer Schätzchen“ erneuert und alle Produktionsprozesse sowie die gesamte Unternehmensstruktur wurden – gemäß Dieter Körners Maxime, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten – nachhaltig umweltgerecht umgestaltet.

Dieter Körner mit Mitarbeiter auf dem neuen Solardach, Bild: bonitasprint gmbh

Das Gebäude erhielt eine Photovoltaikanlage, die Produktion wurde mit Öko-Strom versorgt und die Betriebsräume mit der Abwärme aus der Kompressoranlage und der Druckmaschinen sowie mit emissionskompensiertem Erdgas beheizt. Auch der eigene Fuhrpark wurde auf Erdgas umgestellt.

2008 fusionierten die bonitas-bauer druck & medien gmbh und die Druckerei Körner zur neuen bonitasprint gmbh.

Ein Jahr später übernahm das neue Unternehmen die insolvente Würzburger CityDruck GmbH. Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fanden ein neues Zuhause, und mit der CityDruck GmbH ging auch deren bestehende Domäne Printzipia in die bonitasprint gmbh über. 2015 wurde sie zum heutigen Printzipia-Druckportal ausgebaut.

Printzipia – ein seriöses ökologisches Druckportal

Im Unterschied zu einigen Online-Drucksachenmaklern, die zwar nicht selbst produzieren, sich aber gerne hochtrabend als Druckerei vermarkten, bietet die bonitasprint gmbh am eigenen Produktionsstandort neben klassischen
hochqualitativen Druckprodukten in ihrem Printshop Printzipia standardisierte ökologische Druckerzeugnisse an. Sie sind klimaneutral produziert und werden zudem auf Kundenwunsch mit dem Umweltzeichen Blauer Engel RAL UZ-195 ausgezeichnet.

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Grüne Druckprodukte bei Printzipia, Bild bonitasprint gmbh

Ständig wurden und werden auch die eigenen Umweltleistungen weiterentwickelt, wie etwa die prozesslose Thermaldruckplattenbelichtung – ein Verfahren, das keinerlei chemische Entwicklungsprozesse mehr benötigt und somit Chemie und die entsprechende Abfallentsorgung überflüssig macht. Zusätzlich stellte man den Druckprozess auf alkoholfreie Feuchtmittel um. Dadurch wird die Beimischung des hochflüchtigen Gefahrstoffs Isopropanol vermieden: ein-Alkohol der – ähnlich wie CO2 – in hohem Maße Klima und Gesundheit schädigt. Neben den eigenen Umweltleistungen legt die bonitasprint gmbh auch großen Wert darauf, dass die jeweiligen Zulieferer des Unternehmens ebenfalls nach umweltgerechten, ökonomischen und sozialverträglichen Gesichtspunkten produzieren und agieren. Auch im Bereich der Abfallwirtschaft und der Auslieferung werden ausschließlich ökologisch zertifizierte Partner beauftragt, denn Umweltbewusstsein soll nach den Leitlinien des Unternehmens nicht mit der Fertigstellung der Druckprodukte enden, sondern in allen produktumfassenden Schritten bis hin zur Ankunft beim Kunden weitergetragen werden.

Umweltschutz vor der eigenen Haustür

Der Geist der Regionalität ist eine der wichtigsten im Unternehmen gelebten Leitlinien. Regionales Handeln steht immer in Verbindung mit dem großen Ganzen. Was vor Ort vermieden werden kann, vermindert die Auswirkungen auf die Gesamtheit. Medienwirksamer Klimaschutz in Ländern der Dritten Welt ist eine gute Sache, doch nachhaltige Klimaschutzleistungen vor Ort sind die bessere Option, denn sie sind nachvollziehbarer und darum überzeugender. Im Jahr 2014 entschied sich bonitasprint gmbh aus den genannten Gründen für ein Klimaschutzprojekt quasi vor der Haustür: das Biosphärenreservat in der Rhön.

 
Biosphärenreservat Röhn

Sonnenuntergang in der Rhön, Bildquelle: Sven Lachmann auf Pixabay

Die Rhön ist eine einzigartige Mittelgebirgslandschaft im Grenzgebiet von Bayern, Hessen und Thüringen. 1991 entstand hier das 1.849 km² große UNESCO Biosphärenreservat Rhön.
Interessant ist die Aufteilung der Fläche: 40 % davon ist Wald, 32% sind extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden, 18% Ackerfläche, und lediglich 4% besteht aus Siedlungs- und Gewerbefläche Daher fallen die Arbeiten im Biosphärenreservat recht unterschiedlich aus. Ziel ist es, unter Einbeziehung von ortsansässiger Landwirtschaft, Naturschutz, Tourismus und Gewerbe die Vielfalt und die Qualität des Gesamtlebensraumes Rhön zu sichern. Es geht um die Schaffung von Lebensraum für Mensch und Natur unter Berücksichtigung der regionaltypischen Gegebenheiten.
Dabei stehen der Schutz sowie die Pflege der heimischen Landschaft und der Natur im Mittelpunkt. Es werden Moorrenaturierungen vorgenommen, Birkwild-Biotoppflege, Waldumbau, Entbuschung von Feuchtwiesen, Renaturierung von Gewässern, Pflege der heimischen Gräser, Aufschichtung heimischer Wälle, Förderung sowie Schutz heimischer Tierarten etc.
Im Sinne der Regionalität und Erhaltung der einzigartigen Kulturlandschaft Rhön unterstützt die bonitasprint gmbh deshalb in Zusammenarbeit mit natureOffice ein Bergwaldprojekt, das seit 2006 im Biosphärenreservat tätig ist.

Das Prinzip Printzipia – Transparenz statt substanzloses Öko-Marketing

Anders als bei vielen sogenannten ökologischen Online-Druckereien, die oft nichts weiter als Maklerbüros für Drucksachen sind, steht hinter Printzipia eine klassische Druckerei, die am eigenen Standort produziert und somit ein transparentes partnerschaftliches Verhältnis zu ihren Kunden gewährleistet. Printzipia als Onlineshop bietet alle Vorteile der Onlinebestellung. Doch inmitten des harten Verdrängungswettbewerbs, einer gängigen Immer-Schneller-Maxime, gepaart mit der unpersönlichen Anonymität, die dieses Branchensegment im Allgemeinen auszeichnet, schafft Printzipia eine Atmosphäre des Vertrauens. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen beratend zur Seite, wenn es nötig ist. Und die Kunden wissen, wo und unter welchen zertifizierten umweltgerechten Bedingungen ihre Drucksachen entstehen. Druckaufträge werden nicht an verschiedene, dem Kunden meist unbekannte, Produzenten vermakelt, denn bei Printzipia geschieht alles unter einem Dach: von der Datenannahme, über den Druck und die Weiterverarbeitung, bis hin zur Auslieferung. Das schafft für die Kunden Transparenz und Vertrauen in die Werte und Prinzipien des Unternehmens Printzipia.

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Guido Rochus Schmidt

Guido Rochus Schmidt

Umweltexperte u. Autor

Guido Rochus Schmidt war von 1979 bis 2013 Geschäftsführer der Ulenspiegel Druck GmbH & Co. KG, die 1999 als erste Druckerei Bayerns das EMAS-Zertifikat der Europäischen Union erhielt. Als Umweltexperte betreute er von 1999 bis 2017 die ökologische Fortentwicklung des Unternehmens. Seit 2017 berät der Experte Unternehmen bei allen Fragen der Nachhaltigen Medienproduktion.

Fokus

Klimawandel in der Druckbranche
Der Klimawandel und seine dramatischen Folgen werden häufig kleingeredet – mit diesem Gedankengut werden oft die Wirkungen relativiert, die mit der qualifizierten Nachhaltigkeit einhergehen. Für die Druckbranche geht es dabei um ihren guten Ruf und das nachhaltige Image von Papier als Material aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen.
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