Umwelterklärung der WKS Gruppe
Nachhaltige Medienproduktion auf 130 Seiten: Die 2023er-Umwelt-Erklärung der WKS Gruppe

Die WKS-Gruppe hat auch 2023 eine vergleichsweise umfangreichen Umwelterklärung initiiert und veröffentlicht. Wer sich die Mühe macht, das PDF zu sichten, findet weit mehr als „schnödes“ Zahlenwerk.

Oliver Hensen WKS Gruppe mit Umweltbericht
Managementsystem-Beauftragter Oliver Hensen mit Umweltbericht und Abbildung des aktuellen Umweltberichts.
Managementsystem-Beauftragter Oliver Hensen mit Umweltbericht und Abbildung des aktuellen Umweltberichts.

Das Umweltmanagementsystem EMAS hat die WKS Gruppe veranlasst, Umweltaspekte und -auswirkungen genau zu betrachten und Verbrauchsreduzierungen aller Ressourcen unter Berücksichtigung aller ökonomischen und ökologischen Aspekte sowie die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen umzusetzen.

Der Status

Alle produzierenden Unternehmen der WKS Gruppe sind mit den Umweltmanagementsystemen EMAS und DIN EN ISO 14001, dem Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001, mit dem Best-in-Class-Druckproduktlabel Blauer Engel DE-UZ 195 sowie mit FSC und PEFC (nachhaltige Forstwirtschaft) zertifiziert. Die einzelnen Zertifizierungen werden im Detail auch in der aktuellen Umwelterklärung 2023 oder im Fachbeitrag auf UmDEX.de „Reden ist Silber. Handeln ist Gold!“ beschrieben.

Das Unternehmen engagiert sich auch durch Vorträge und auf Messen beim Thema „Print versus Digital“ – schon aus eigenem Interesse, geht es doch zumeist um die jeweiligen Umweltauswirkungen. Wer aber die Vorträge des Geschäftsführers Dr. Ralph Dittmann gesehen hat, erlebte eben gerade keine Lobby- oder Werbeveranstaltung, sondern eine Fülle evidenzbasierter, leicht nachzuvollziehender Fakten zu diesem Thema. Im Interview mit unserer Redaktion erklärt Ralph Dittmann seine Motivation, sich bei dieser Diskussion so engagiert zu beteiligen.

Umweltbericht der WKS Gruppe

Der aktuelle Umweltbericht des größten Rollenoffsetdruckers in Europa ist trotz der Unternehmensgröße vergleichsweise umfangreich. In der Einleitung finden Interessierte acht Leitsätze des Unternehmens zur Umwelt- und Energiepolitik, eine Übersicht über die Maschinenflotte und Produktionsschwerpunkte sowie eine Beschreibung der einzelnen Gesellschaften der Gruppe, nebst Historie und jeweiligem Status quo. Noch detaillierter befasst sich der Teil 7 mit den einzelnen Umweltauswirkungen der Unternehmensteile:

  • Westend Druckereibetriebe GmbH
  • Kraft-Schlötels GmbH
  • Haberbeck Druck GmbH
  • Rollenoffset Ploch & Strube GmbH
  • Strube Druck und Medien GmbH
  • WKS Print Partner GmbH

Auch die Input-Output-Analysen und die Kernindikatoren der produzierenden Unternehmensteile sowie die Ziele und das Umweltprogramm sind vergleichsweise zu anderen Berichten sehr informativ. Im Verhältnis zum Output z. B. von Druckprodukten, hat sich zum Beispiel der Energiebedarf im Mittel aller Betriebe (Summe) verbessert.

Schlüsselbereiche

Die Nachhaltige Medienproduktion ist stets die Summe zahlreicher Einzelmaßnahmen und das Ergebnis verschiedener Unternehmens- und Produktzertifizierungen. Die WKS Gruppe bezeichnet nachhaltiges Engagement als „Gestaltung von Prozessen und Wertschöpfungsketten“ und fasst dahingehend verschiedene Schlüsselbereiche zusammen, um eine übersichtliche, einheitliche Darstellung von Leistungskennzahlen zu erreichen:

  • Energieeffizienz in kWh/1.000 16-Seiter und Energieeffizienz lt. EMAS
  • Abfalleffizienz in kg/1.000 16-Seiter
  • Biodiversität in m²/m²
  • Materialeffizienz in kg/1.000 16-Seiter
  • Wassereffizienz in l/1.000 16-Seiter
  • Emissionen in kg/1.000 16-Seiter

Wiederum wurden die entsprechenden Daten getrennt nach o. g. Unternehmen dargelegt.

Ziele und wie das Große im Kleinen reift

Unternehmen, die bereits einige Jahre Umwelterklärungen verfassen und sich bereits fortlaufend verbessert haben, stoßen an Grenzen bei der Prozessoptimierung. Jedenfalls sind irgendwann keine zweistelligen Verbesserungsquoten mehr zu erwarten. Durch die Sensibilisierung und weiter steigende CO₂-Preise, mit Relevanz für die Preise für Öl und Gas, erwirtschaften auch kleinere, einstellige, prozentuale Einsparungen (z. B. beim Energieverbrauch) über das Jahr und in diesem Fall alle Unternehmensteile addiert, nennenswerte Verbesserungen – ökologische wie ökonomische.

Maßnahmen, wie die Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Nachhaltigkeit oder wie in anderen Fällen, die Verbesserung der Beratungskompetenz, die Optimierung der nachhaltigen Kommunikation, aber auch Begrünungen oder technische Investitionen in nachhaltige Beleuchtungskonzepte oder PV-Anlagen, sind mit Blick auf reale Umweltkennzahlen kleine, aber in Summe zumeist wirkungsvolle Maßnahmen. Über einige Jahre berechnet, addieren sich selbst kleinere Umweltleistungen zu nennenswerten Ergebnissen für den Klima- und Umweltschutz.

Mit Blick auf sämtliche Unternehmen im Maßstab einer Volkswirtschaft, die ihre Umweltkennzahlen vergleichsweise schon seit Jahren über Umweltmanagement-Systeme strukturiert optimieren, entstehen sogar ganz beachtliche volkswirtschaftliche ökologische Effekte – frei nach dem Motto:

Alles Große reift im Kleinen.

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Jürgen Zietlow

Jürgen Zietlow

Umweltjournalist, Sustainable Publishing Analyst & Solution. Consulting for sustainable Communication.

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Klimapositivität
​Klimaneutral war gestern, denn der Zeitpunkt an dem sich der Klimawandel verselbständigt, wird schon bald erreicht sein. Die Erderwärmung wird erst dann wieder zum Stillstand kommen, wenn es gelingt, das Gleichgewicht zwischen Ausstoß und Senkung von Treibhausgasen nicht nur zu neutralisieren, sondern ins Positive zu wandeln. Klimapositivität ist daher das Gebot der Stunde,

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