Netzwerk der Verantwortung
Die T.U.N.-Formel und der Janetschek-Effekt

Es gibt Unternehmen, die reden viel über Nachhaltigkeit und machen wenig. Und solche, die sich mit fremden Federn schmücken. Oder jene mit der typischen Feigenblatt-Strategie: Nur das Nötigste. Noch zu wenige Unternehmen dienstleisten leidenschaftlich nachhaltig.

Druckerei Janetschek, waldsetzen.jetzt
Projektinitiator der Initiative waldsetzen.jetzt, Thomas Göttinger, die Vertreterin des Waldverbands NÖ, Ing. Viktoria Hutter und Strategieentwickler Manfred Ergott (Druckerei Janetschek) packen als Waldaktivisten selbst an und freuen sich auf zahlreiche Anmeldungen bei der waldsetzen.jetzt-Initiative. (Möglicherweise als Werbung kennzeichnungspflichtig).
Projektinitiator der Initiative waldsetzen.jetzt, Thomas Göttinger, die Vertreterin des Waldverbands NÖ, Ing. Viktoria Hutter und Strategieentwickler Manfred Ergott (Druckerei Janetschek) packen als Waldaktivisten selbst an und freuen sich auf zahlreiche Anmeldungen bei der waldsetzen.jetzt-Initiative. (Möglicherweise als Werbung kennzeichnungspflichtig). Lesezeit: 8 Min. (Hinweise zur möglichen Kennzeichnungspflicht als Werbung).

Stellen Sie sich vor, Sie könnten Ihre vollständige, lebenslange, persönliche Emission von klimaschädlichem CO2 egalisieren – Ihre gesamte Lebenszeit auf Erden wäre völlig klimaneutral – inklusive sämtlicher CO2-Emissionen Ihrer irdischen Aktivitäten: Wohnen, Essen, Fliegen, Auto fahren, Konsum und so weiter. Stellen Sie sich vor, Sie könnten diesen Deal mit Muttererde und der nächsten Generation sogar selbst, durch Ihre Händearbeit verwirklichen – in Ihrer Region, an ein paar Wochenenden und dabei sogar noch wertvolle Baustoffe begründen, die über Generationen hinweg Nutzen stiften. Ganz nebenbei könnten Sie Ihrer Gesundheit und der Gemeinschaft in Ihrem Lebensumfeld etwas Gutes tun.

In unserer Redaktion haben wir darüber diskutiert, dass diese Mehrwerte jeder für sich tatsächlich abrufen kann – etwa durch Beteiligung am Projekt waldsetzen.jetzt. Die Initiative gibt Unternehmen und deren Belegschaften, so auch einzelnen Personen, die Möglichkeit, mit der Bereitstellung der eigenen Arbeitskraft an einigen Wochenenden eine vollständige Lebenslang-CO2-Neutralität zu erreichen – oder eine beachtliche teilweise, je nach Motivation.

Ein befriedigender Deal mit Mutter Erde.

Faustregel und Berechnung:

Die Rechnung basiert auf einer Faustregel, die je nach Lage, Baumbestand und Baumsorten variabel ist. Generell: Wenn ein Mensch pro Tag 80 bis 120 Bäume pflanzt, bzw. 250 bis 350 Bäume an einem Wochenende, sind im Mittel vier bis sechs Wochenenden für eine lebenslange CO2-Neutralität nötig. Nicht alle Bäume überleben. Im Mittel bindet ein Baum jährlich 10 bis 15 Kilo CO2 und nimmt in 80 Jahren etwa eine Tonne CO2 auf. Eintausend Bäume binden im Durchschnitt ihrer Lebenszeit von durchaus 70 bis 120 Jahren addiert etwa 12,5 Tonnen CO2 im Jahr, je nach Alter des Baumbestandes unterschiedlich intensiv.

Um eine derartige lebenslange CO2-Kompensation eines Menschen zu berechnen, haben wir die durchschnittlichen CO2-Kompensationswerte mit den durchschnittlichen Emissionswerten eines Menschen in Europa aufgewogen. Eine Europäerin bzw. ein Europäer emittiert im Durchschnitt jährlich knapp 11,5 Tonnen CO2, für Wohnen (Wärme, Strom, Wasser), Mobilität (Fliegen, Auto) Ernährung oder den Konsum – mal mehr, mal weniger. Als Faustregel gilt, dass es circa 80 Bäume braucht, um addiert jährlich eine Tonne CO2 zu kompensieren. Ausgehend von eintausend ausgewachsenen Bäumen ergibt sich im Mittel der Effekte einer lebenslangen Klimaneutralität.

Der CO2-Breakpoint liegt hier also bei plus/minus etwa 1.000 ausgewachsenen Bäumen, um den eigenen CO2-Fußabdruck zu neutralisieren.

Doch das Projekt geht wesentlich über das Pflanzen von Bäumen hinaus – die Hintergründe:

waldsetzen.jetzt: Baumprojekt, Menschprojekt

Auf der ganzen Welt ist es eine mentale, geradezu meditative Erfahrung für Menschen, tonnenschwere Bäume zum Leben zu erwecken. Schon das ist faszinierend, denn Bäume spenden Sauerstoff, binden Wasser im Boden, fördern die Biodiversität, kompensieren CO2 und dienen schließlich als wertvolles, langlebiges Baumaterial. Doch die Effekte beim Waldsetzten-Projekt sind tiefgreifender:

Bäume setzen. Zeichen setzen

Das Umwelt- und Klimaprojekt ist auch ein Menschprojekt: Networking während eines proaktiven Miteinanders sowie die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden sind ebenbürtige Merkmale dieser Mensch-Baum-Kooperation – und fördern die Sensibilisierung für die Nachhaltigkeit.

Gerade während der Coronakrise, die auch ein Neustart weltweiter Wirtschaften einleitet, ist es für Menschen in den Regionen Europas und der Welt eine große mentale Befriedigung, diese Veränderungen nicht nur passiv zu adaptieren, sondern Teil der Lösung zu sein – und das im Lebensraum direkt vor der eigenen Haustür.

 
Aufforstungsprojekt mit Hilfe der Druckerei Janetschek

Wo einst durchgehend dunkelgrüne Nadelwälder das Landschaftsbild im österreichischen Waldviertel prägten, entstehen durch Borkenkäferbefall immer mehr und ausgedehntere Kahlflächen.

Mensch/Baum/Mensch-Interaktion

Dass dieses Projekt multiperspektivisch ist, hängt mit seiner Historie zusammen: Der österreichische Unternehmer Thomas Göttinger, Geschäftsführer der Dessertmanufaktur Göttinger GmbH, wurde im Mai 2020 vom passiven Zuschauer zum Teil der Lösung: Schockiert vom Zustand der Wälder in seiner Region, beschloss er 2020, gemeinsam mit seinen 26 Mitarbeiter:innen, zunächst 3.000 Bäume zu setzen. Für seine Mannschaft und ihn war dies nicht nur eine große Befriedigung vor Ort einen Wald zu setzen, der in einigen Jahrzehnten rund 6.000 Tonnen Holz hervorbringt (je nach Baumsorte, Überlebensquote etc.), sondern auch ein unerwartet kommunikatives Erlebnis, eine spürbare Stärkung des Teamworks.

Waldsetzen in Österreich, Aktion Waldsetzen jetzt

Mitarbeiter:innen der Firma Göttinger beim Aktionstag im Mai 2020 auf einer Schadfläche.

Dadurch motiviert, beschloss er, weitere Unternehmer:innen der Region zu überzeugen, Arbeitszeit der eigenen Belegschaften zu stiften. Mit Erfolg, denn künftig werden weitere Unternehmer:innen Zeit ihrer Mitarbeiter:innen durch Lohnfortzahlung beim Waldsetzen spenden, um, tageweise oder für ein Wochenende, Wälder zu pflanzen, die, so betont Göttinger:

„klimafit und enkeltauglich“,

sind, denn die Pflanzungen werden unter der Obhut von Forstfachkräften durchgeführt. Die Experten finden entsprechende Flächen von Waldbesitzer:innen, die die Aktionen finanzieren und bereiten sodann auch die Pflanzungen vor – ein guter Deal, denn die allermeisten Flächen müssen ohnehin per Gesetz aufgeforstet werden. Fokussiert wird auf eine solide Mischung von Sorten, die den veränderten klimatischen Bedingungen standhalten und als Mischwald resistenter gegen Schädlingsbefall sind.

Aufforstungsprojekt Waldsetzen.jetzt, Druckerei Janetschek

Ein außergewöhnlicher Arbeitstag für die Mitarbeiter:innen der Firma Göttinger, mit dem Bewusstsein, hier tonnenschwere CO2-Kompensatoren und wertvolle Baumaterialien zu begründen.

So wurde aus der Intuition eines einzelnen Geschäftsmannes eine Aktion – und daraus eine Kampagne, die jetzt zu einer regionalen Initiative heranwächst, die in den nächsten Jahren über das Waldviertel hinaus Schule machen dürfte – nicht zuletzt auch durch die aktive Hilfestellungen weiterer Partner:

Partnerschaft mit Druckerei Janetschek GmbH

Neben dem niederösterreichischen Waldverband war auch Manfred Ergott schon in der Startphase von der Initiative überzeugt – besonders auch in seiner Funktion als Leiter des Ökokompetenz-Teams und des Marketings bei der zertifiziert nachhaltigen Druckerei Janetschek GmbH im österreichischen Heidenreichstein. Ergott krempelt die Ärmel gern selbst hoch und packt dann auch vor Ort mit an. Auch für ihn ist das Projekt multiperspektivisch spannend: „Die Initiative hat Hand und Fuß – sie verbindet Menschen in unserer Region miteinander – und zugleich mit der hiesigen Natur. Mit Blick auf den Zustand unserer Wälder: wie könnte sich Janetschek da raushalten?“

Druckerei Janetschek, Aufforstungsprogramm

Projektinitiator Thomas Göttinger, die Vertreterin des Waldverbands NÖ, Ing. Viktoria Hutter, und Strategieentwickler Manfred Ergott (Druckerei Janetschek) freuen sich auf zahlreiche Anmeldungen bei waldsetzen.jetzt und legen immer wieder auch selbst Hand an.

Leidenschaft und visionärer Weitblick bilden hier eine perfekte Symbiose. Klar: Professionelle Nachhaltigkeit ist keine Ökoträumerei, sondern ein Business, in dem Networking elementar ist. Billiganbieter verkaufen mittels Adressierung an die Gier bei den Kunden, also einfach über das Billig-Argument. Umweltschäden oder soziale Verwerfungen werden vergemeinschaftet. Demgegenüber argumentieren nachhaltige Unternehmen mit handfesten Werten und klären Ihre Kund:innen darüber auf – mit Bedarf: in einem wirtschaftlichen Milieu, in dem die Relationen zwischen Umweltschutz und der Gewinnmaximierung immer noch irrational sind. Das  alte, gewohnte Normal war bzw. ist teils immer noch eine hyperventilierende, außer Kontrolle geratene, neoliberale Weltwirtschaft, die Mitauslöser der aktuellen Krise ist, die wir aktuell gemeinsam zu spüren bekommen.

Jungbauernpreis für Aufforstungsprojekt

Preisüberreichung im Wald: Jungbauern-Obmann Franz Xaver Broidl (vorne links) überreicht den Preis an Gewinnerin Viktoria Hutter und ihre Projektpartner Manfred Ergott (Druckerei Janetschek, 2. v. r.) und Thomas Göttinger (Göttinger Dessertmanufaktur, rechts). Ebenfalls unter den Gratulanten Wolfgang Gwiß (links) und Gerhard Bayer (3. v. l.) vom Raiffeisen Lagerhaus Waidhofen/Thaya.

Umweltgerechte Unternehmen müssen leider immer noch Selbstverständlichkeiten wie Vernunft oder Verantwortung erklären bzw. solche Produkte und Dienstleistungen entsprechend deklarieren. Dabei sollte es umgekehrt sein: Unternehmen, die nicht nachhaltig, fair oder z. B. tiergerecht agieren, müssten zu einer Kennzeichnung verpflichtet werden, überspitzt etwa:

Wir sind billiger, da wir mit Vorsatz auf Kosten der Gemeinschaft, gegen Mensch und Natur wirtschaften und an die Gier der Konsumenten adressieren – nicht an ihre Vernunft.

Die Janetschek GmbH forciert eine Nachhaltigkeitsstrategie mit klarem Purpose: Nachhaltig und wirtschaftlich. Die Aufwände und Kosten der umweltgerechten Produktion werden zum Großteil durch ein komplexes Umwelt- und Energiemanagement kompensiert – mittels effizienter Produktionsmaschinen, Nutzung der Maschinenwärme für die Produktionshallen und Eigenstromerzeugung, durch Einsparungen beim Wasser, den Druckhilfsmitteln wie Druckfarben oder beim Papier und so weiter.

Natürlich drucken, Druckerei Janetschek

Renaturierte Wildwiesen auf dem Gelände der Druckerei Janetschek. Ein Zufluchtsort auch für bedrohte Arten.

Nachhaltig, mit Brief und Siegel

Das Mission Statement der Janetschek ist seit Jahren klar formuliert: Produktion von nachhaltigen Drucksachen, Beratungskompetenz bei Fragen der Nachhaltigkeit, Verantwortung für die regionale und überregionale Gemeinschaft, fairer Umgang mit Kund:innen, Zulieferern und Geschäftspartnern. Zertifizierte Nachhaltigkeit ist zwar ein vielschichtiger Prozess für Unternehmen wie Janetschek. Für Drucksacheneinkäufer ist es aber dennoch sehr einfach, eine solche Druckerei zu finden:

Der Vier-Fragen-Check

Mit Brief und Siegel nachhaltige Mediendienstleister unterscheiden sich durch vier wesentliche Ausprägungen:

  1. Erfassung aller relevanten Umweltdaten (Umweltbuchführung).
  2. Regelmäßigen Kontrollen (Audit, Re-Validierung) durch staatlich geprüfte Auditor:innen.
  3. Transparenzpflicht durch Offenlegung der Umweltleistungen (Ökobilanzen, Nachhaltigkeitsberichte).
  4. Laufender Umwelt-Managementprozess, ständige Optimierung als ein dynamischer Prozess.

Diese Merkmale sind mit wenigen international anerkannten Labels bzw. Normen und Zertifizierungen garantiert. Drucksachen dürfen auch nur dann entsprechend gelabelt werden. Transparenz schafft Vergleichbarkeit als Basis für Vertrauen – und Normen fördern einen fairen unternehmerischen Wettbewerb.

Fakt ist: Alles andere ist nur sehr bedingt oder gar nicht nachhaltig.

Um sicher zu sein, dass diese Attribute seitens einer Druckerei gegeben sind, genügt der Blick auf die jeweilige Unternehmenswebsite. Umweltgerechte Druckdienstleister fassen spezielle Informationen über die nachhaltige Medienproduktion zumeist auf einer separaten Seite zusammen, wie bei der Druckerei Janetschek, zum Beispiel:

Österreichisches Umweltzeichen

Das Österreichische Umweltzeichen gilt in Österreich als anspruchsvolles Gütesiegel und kennzeichnet Produkte und Dienstleistungen, die im Vergleich zu Konkurrenzprodukten deutlich umweltfreundlicher bzw. nachhaltiger sind – ein starkes Abgrenzungsmerkmal besonders auch für Druckereien. Dieses Gütesiegel macht die Öffentlichkeit auf die umweltbelastende Herstellung, Verwendung und Entsorgung von Gebrauchsgütern aufmerksam. Im Umkehrschluss werden umweltfreundliche Produkte wie z. B. Drucksachen, speziell gekennzeichnet.

Beispiel für nachhaltig produzierte Drucksachen: Kochbuch mit Mohnrezepten, zertifiziert nachhaltig und umweltschonend gedruckt.

Laut der Forschungsgemeinschaft INGEDE e. V. war das Österreichische Umweltzeichen für Druckprodukte eines der ersten weltweit, dass die Anforderung an die reibungslose Deinkbarkeit im Recyclingprozess als Kriterium berücksichtigt hat.

Druckerzeugnisse mit dem Österreichischen Umweltzeichen wurden vom Papier bis zum fertigen Produkt umwelt- und gesundheitsschonend hergestellt.

Umweltzeichen-Druckereien verwenden nur Papiere, dessen Herstellung Wasser, Luft und Klima deutlich weniger belastet als durchschnittliches Papier. Druckereien, die mit dem Label ausgezeichnet sind, wirtschaften häufig zudem mit einem streng geregelten Umweltmanagementsystem, so auch Janetschek:

EMAS, EU-Öko-Audit

Auch hier steht Janetschek exemplarisch für professionelle Nachhaltigkeit. Das Unternehmen ist seit zwölf Jahren mit EMAS zertifiziert und wurde seither jährlich revalidiert. Dieses als Eco-Management and Audit Scheme bezeichnete Gemeinschaftssystem wurde von der Europäischen Union entwickelt und verbindet Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung für Organisationen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen.

Geschäftsführer Erich Steindl, MSc und Umweltmanagerin Ing. Angelika Moser nehmen aus den Händen der österreichischen Umweltministerin Leonore Gewessler den EMAS-Preis entgegen.

Für seine detaillierten und übersichtlichen Nachhaltigkeitsberichte, die das Unternehmen jährlich erstellt, gewann die Janetschek GmbH in den Jahren 2017 und 2020 den Umweltmanagementpreis in der Kategorie:

Beste EMAS-Umwelterklärung

sowie 2011 in der Kategorie:

Bestes Umweltteam

Der Umweltmanagement-Preis wird vom Bundesumweltministerium initiiert, um nachhaltige Unternehmen mit hoher Vorbildwirkung auszuzeichnen. Das Motto im Oktober 2020 war:

„Lernen von den Besten“.

Daneben wurde die inhaltliche Qualität der Nachhaltigkeitsberichte, u. a. auch basierend auf den hohen Anforderungen internationaler Normen der Global Global Reporting Initiative (GRI), in den Jahren 2010, 2014 und 2019 mit dem ASRA-Preis (Austrian Sustainability Reporting Award) ausgezeichnet. Diese Trophäe wird seit 20 Jahren vom Institut österreichischer Wirtschaftsprüfer verliehen, um außerordentliche Umwelterklärungen in der Öffentlichkeit bekannter zu machen und entsprechende Unternehmen proaktiv zu empfehlen.

Mag. Brigitte Frey überreicht Geschäftsführer Erich Steindl, Umweltmanagerin Ing. Angelika Moser und Verkaufs- und Marketingleiter Manfred Ergott den begehrten ASRA-Preis im November 2019.

2019 belegte das Unternehmen den 1. Platz in der Kategorie KMU, für diesen Nachhaltigkeitsbericht.

Brillanz vs. Recycling? Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft: FSC, PEFC

Letztendlich entscheiden die Kund:innen darüber, mit welcher Konsequenz nachhaltig gedruckt wird, sagt Manfred Ergott. Auch die Experten des Mediendienstleisters empfehlen gelegentlich Papiere aus Frischfaser, anstelle einer Sorte aus hundertprozentigem Recyclingpapier. Zum Beispiel, wenn es im Highend-Segment wie bei Bildbänden oder Kunstkatalogen wirklich und das allerletzte Pixel geht.

Manfred Ergott: „Gelegentlich werden wir gefragt, ob so viel Nachhaltigkeit zu Verlusten von Brillanz und Qualität führt. Doch heute ist die Qualität von Recyclingpapier so gut, dass kaum noch ein Unterschied zu konventionellen Drucksachen erkennbar ist. Fotografen oder Retuscheure blicken jedoch besonders tief durch den Fadenzähler. Manchmal geht’s um die letzte Nuance bei der Bildschärfe oder der Brillanz von Farben. Spezielle Wünsche unserer Kund:innen haben immer Vorrang – doch selbst dann muss auf Nachhaltigkeit nicht verzichtet werden. Wir definieren Beraterkompetenz mit einer Fokussierung auf

  • generelle, spezielle Wünsche der Kund:innen,
  • spezielle qualitative Anforderungen,
  • konkrete Zielsetzungen der Druckwerke,
  • avisierte Zielgruppen und
  • nachhaltig optimale Produktionsmöglichkeiten.

Diese Attribute legen wir wie Schablonen übereinander und ermitteln sodann gemeinsam mit unseren Kund:innen passende Optionen bzw. Preis/Leistungsvarianten.“

Fällt die Entscheidung auf ein spezielles, hochweißes Frischfaserpapier, so Ergott, könne ein umfangreiches Sortiment von FSC- bzw. PEFC-zertifizierten Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft angeboten werden, da das Unternehmen auch hier entsprechend zertifiziert sei.

Janetschek: das Label-Label

Auch das ist typisch für die echte nachhaltige Medienproduktion bei Druckereien der UmDEX-Klasse, denn: das Janetschek-Logo auf einer Drucksache ist schon für sich genommen eine Art Siegel für bestmögliche, nachhaltige Produktionsumgebungen. Neben den genannten Zertifizierungen und Auszeichnungen ist das Unternehmen zudem Mitglied des größten kommunalen Klimaschutz-Netzwerks Österreichs, dem Klimabündnis Österreich und trägt die beiden Gütesiegel 1) Printed in Austria, ein Herkunftssiegel, das Printprodukte garantiert, die mit österreichischem Know-how, in höchster Qualität produziert wurden – und 2) das CSR-Gütesiegel, herausgegeben vom österreichischen Verband Druck Medien, entwickelt als Bestätigung für besondere Leistungen im Bereich der nachhaltigen Unternehmensführung.

Sonnenenergie bei der Druckerei Janetschek

Leistungsstarke Photovoltaikanlage auf den Dächern der Produktionsstätte. Durch Rückkauf der Energie kann das Unternehmen etwa 1/3 seines Energiebedarfs decken.

Es ist fast egal, welche Papiersorten aus den modernen Druckmaschinen laufen oder wie die Druckwerke konfiguriert bzw. in der Weiterverarbeitung konfektioniert werden:

Drucksacheneinkäufer entscheiden sich generell für ein hohes Level bei der Nachhaltigkeit. Alleine schon die vorgenannten Prozesse im Rahmen des laufenden Umweltmanagements wie EMAS, bilden die Grundlage für viele weitere umweltgerechte Maßnahmen, auch entlang der gesamten Produktionskette, etwa:

  • Drucken mit stark reduziertem Alkohol (Isopropanol) auf allen Maschinen.
  • Prozesslose Druckplattenherstellung, ohne Einsatz von Chemikalien.
  • Umweltgerechte Druckfarben sowie umweltschonende Druckhilfsmittel.
  • Nutzung von Sonnenenergie durch eine leistungsstarke Photovoltaik-Anlage, die etwa ein Drittel des Strombedarfes der Druckerei durch Rückkauf beim Betreiber deckt.
  • Nutzung der Maschinenabwärme für die Produktionshallen und weitere bauliche Maßnahmen, wie nachhaltige Beleuchtungssysteme etc.
  • Bezug von zertifiziertem Ökostrom, durch die WEB Windenergie AG, die selbst mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet ist.
  • CO2-Kompensations-Angebot für nicht vermeidbare CO2-Emissionen durch das regionale, sehr erfolgreiche Humusaufbau-Projekt, wie weiter im Text beschrieben.

Diese Summe aus vielen einzelnen Maßnahmen ist erheblich und weit mehr als nur Basis-Umweltschutz: Seit mehr als 15 Jahren hat das Unternehmen seine Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickelt, die Ökologie und Ökonomie – Umweltschutz mit fairen Preisen für Drucksachen – verbindet.

Druckwerke nachhaltig labeln

Neben dem Logo der Druckerei Janetschek, können Kund:innen außerdem das Österreichische Umweltzeiten oder das FSC- bzw. PEFC-Logo auf ihren Drucksachen abbilden. Zudem besteht die Möglichkeit, im Druckprozess nicht vermeidbare CO2-Emissionen über einen Klimarechner exakt zu ermitteln und durch Ausgleichszahlungen für ein regionales Humusaufbauprojekt zu kompensieren. Auch das können Printbuyer auf ihren Drucksachen abbilden:

Klimaneutral durch regionalen Humusaufbau

Vergleichbar mit dem Projekt waldsetzen.jetzt, ist auch das sogenannte Humus-Aufbauprojekt der Ökoregion Kaindorf eine dynamische und effiziente regionale Initiative. Dieses Projekt fördert speziell die Kooperation zwischen Landwirtschaft und der Wirtschaft:

„Unsere Emissions-Bilanzen beim Humusaufbau-Projekt werden mit dem Klimarechner von ClimatePartner erstellt, dem Erfinder des Prozesses für klimaneutrales Drucken (ISO 16759 zur CO2-Bilanzierung von Druckprodukten). Transparenz gewährleistet ClimatePartner dabei durch ein eindeutiges Kennzeichnungssystem in Verbindung mit einer vom TÜV-Austria zertifizierten IT-Lösung.

Seitdem das Humusaufbau-Projekt 2013 begann, wurden aus drei Hektar Ackerboden bis Januar 2020 bereits 3.600 Hektar, auf denen pro Jahr unter Beteiligung von 300 Landwirten mindestens 0,2 Millimeter Humus aufgebaut werden. Bis dato wurden 380.000 Euro an die Landwirte ausbezahlt. Janetschek konnte mithilfe seiner umweltbewussten Kund:innen circa 1.500 Tonnen CO2 ausgleichen und bis dato einen Anteil von 56.250 Euro zur Gesamtleistung beitragen.

Purpose und Mission Statement

Papeterie setzt auf nachhaltigen Druck bei Druckerei Janetschek

Brigitte Baldrian (Papeterie Baldrian) setzt auf nachhaltige Drucksachen und beteiligt sich am Humusaufbauprojekt.

Durch dieses besondere Engagement fühlen sich viele Kund:innen vom Angebot und der Dienstleistung angezogen. „Das Ding ist einfach rund“, so formulierte es etwa die Illustratorin Brigitte Baldrian, die auf die nachhaltigen Produkte von Janetschek schwört. Verantwortung zählt zu ihren Prinzipien als Unternehmerin. Die dreifache Mutter betreibt eine eigene Papeterie und verkauft hochwertige, handgemalte Papierprodukte, mittlerweile auch an über 50 Einzelhandelsgeschäfte in der D/A/CH-Region. „Umweltgerechte Papierprodukte sind ein elementarer Teil meines Qualitätsversprechens, nicht nur für mein Kinderbuchsortiment.“

Durch solche Angebote bietet Janetschek eine nachvollziehbare Mitmach-Nachhaltigkeit an

und motiviert immer mehr Kund:innen wie Brigitte Baldrian sich selbst an dieser Community, die wie eine umweltorientierte Wagenburg funktioniert, zu beteiligen – und damit auch für sich selbst zu werben. So entstehen messbare Ergebnissen für alle Beteiligten.

Netzwerk der Verantwortung

So wie der Humusgehalt in den Äckern oder die Bäume in den neu gesetzten Wäldern der Region, wuchs auch die Community stetig weiter. Hier schwingt echte Begeisterung mit – nicht zufällig, so nonchalant all diese Aktionen auch wirken mögen. Geschäftsführer Erich Steindl und Manfred Ergott würden sich dahingehend niemals selbst loben, aber das Gesamtergebnis ist kein Zufall, etwa aus einer verklärten Ökopoesie entstanden, sondern das Ergebnis harter, engagierter Arbeit, die konsequent auf Kooperation und Networking setzt.

Besonders gewerbliche Kund:innen sind von Initiativen wie waldsetzen.jetzt fasziniert, so, wie die Grafikdesignerin Viktoria Langmann – eine Kreative, die hier nicht nur Bäume spendet, sondern auch persönlich an den Pflanzaktionen teilnimmt.

ERDEDANKfest, Druckerei Janetschek

Die Gewinner beim „ERDEDANKfest 2018“: Georg Bauer (Dreikönigsaktion), Sonja Aigner, Verena Eder (SONNENTOR), Manfred Ergott, Barbara Geiger (Fräulein Brehms Tierleben), Daniela Wallner-Bacher (Styx Naturcosmetik), Astrid Stelmann (Global 2000), Manuela Raidl-Zeller (SONNENTOR), Erich Steindl, Silvia Moser (Die Grünen NÖ), Hikmet Arslan (Die Grüne Alternative Bundespartei) (von links nach rechts).

Die Missionen kommen deshalb so gut an, weil das Unternehmen hier als Kommunikator funktioniert und seine Kund:innen für diese Reise, die auch eine ins neue Normal ist, begeistert. Denken wir nur an das mittlerweile legendäre ERDEDANKfest – ein Event, dass Janetschek alle zwei Jahre mit solchen Kunden feiert, die sich besonders engagiert am Humusaufbau-Projekt beteiligt haben. Unter den Preisträgern der dort vergebenen Trophäe „Goldener Regenwurf“ finden sich weitere engagierte Kunden, wie der bekannte österreichische Biotee- und Gewürzhersteller Sonnentor, das österreichisches Hilfswerk der katholischen Jugend Dreikönigsaktion oder die Umweltschutzorganisation Global 2000, die zu den führenden Organisationen der österreichischen Umweltbewegung zählt.

Die begehrte Trophäe für die Unterstützer des Humusaufbauprojekt, zum Ausgleich nicht vermeidbarer CO2-Emissionen im Druckprozess: Der goldene Regenwurm.

Ähnlich wird sich auch das Waldprojekt weiterentwickeln. Derzeit sind 40 Aktionstage im Jahr geplant, also in zehn Jahren 400 oder mehr, unter Beteiligung von wahrscheinlich Hunderten Unternehmen. Manfred Ergott resümiert: „Bäume pflanzen ist nicht nur sehr kommunikativ, es hilft auch gegen Homeoffice-Blues! Total entschleunigend. Eine wohltuende Erfahrung“. So treffen sich da draußen auch viele Entscheider:innen. Es kommt zu Gesprächen über den gemeinsamen Lebensraum, die Zukunft der Kinder in der eigenen Region – und über die Notwendigkeit, nicht zu klagen, sondern zu handeln und Teil der Lösung zu werden.

Das Bekenntnis von Janetschek zu dem 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), der Vereinten Nationen (UN) unterstreicht, dass das Unternehmen bei alledem auch auf Europa und die Welt blickt.

Bekenntnis zu den 17 Goals der Vereinten Nationen. Konzeptionierung, das Spielbrett, welches in Form eines vierteiligen Puzzles konzipiert wurde, eine praktische, einteilige Verpackung sowie eine insgesamt platz- und ressourcensparende Gesamtkonstruktion wurden bei Janetschek entwickelt und das Spiel dort produziert.

„Die Welt ist wie ein Raumschiff – die Weltbürger seine Passagiere.

Wir in Österreich sind ein Abteil, unmittelbar mit allen anderen Sektionen verbunden. Wohl wissend, dass unsere Böden und Bäume auch CO2 binden, das anderswo emittiert wird – aber auch mit dem Bewusstsein, dass wir hier den Sauerstoff einatmen, den Bäume zum Beispiel im Amazonas produzieren.“

Zurück auf Anfang, zur Headline „Die T.U.N.-Formel“: Es tun, kurz: Handeln und mitgestalten, netzwerken, zusammen etwas schaffen und nicht nur drüber reden: so erklärt sich der Janetschek-Effekt.

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Jürgen Zietlow

Jürgen Zietlow

Unternehmensberater für nachhaltige Kommunikation

Fachjournalist, Umwelt-Lobbyist | 2005 bis 2017 Chefredakteur Magazin MEDIEN | seit 2010 Analyst für nachhaltige Kommunikation, Social Monitoring/Media | Entwickler LineCore-Methode® (Recherche-/ Redaktionssystem).

Fokus-Slider f. alle Bereiche
Zertifizierungsberatung bei Print
Warum kommt die nachhaltige Transformation in der Druckbranche, verglichen mit anderen Branchen, derzeit noch langsamer voran? Und wie (be)rechnet sich Nachhaltigkeit? Das und mehr haben wir mit dem Consultingteam der Umweltdruck Berlin GmbH diskutiert.

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