Nachhaltige Brillanz bei F&W
Druckkunst vom Chiemsee

Vom Bayrischen Meer in die Galerien Deutschlands und Europas – erstklassige Buchproduktionen, wie man sie auch heute noch nicht so häufig findet, tragen im Impressum immer öfter den Hinweis „printed by F&W“. Mittlerweile haben eine Vielzahl brillant produzierter Bild- und Kunstbände ihren Weg vom Chiemsee hinaus in die Welt der Kunst gefunden.

 

Drucksaal der Druckerei F&W, Bildquelle F&W
Drucksaal der Druckerei F&W, Bildquelle F&W

Was ist der Unterschied zwischen einer Offsetdruckerei und einer ökologischen Kunstdruckerei? Ganz einfach: Die Summe ihrer Möglichkeiten. Denn all diese findet man unter dem großen Dach der F&W Mediencenter GmbH. Die perfekte Synchronisation von Innovation und nachhaltiger Produktion. „Ganz oder gar nicht“ ist seit jeher die Maxime des Unternehmens. Anlass genug für die UmDEX-Redaktion, einen Blick hinter die Kulissen dieser besonderen Druckerei zu werfen.

Der Chiemsee – das bayerische Meer, Bildquelle Pixaby

Ein Familienbetrieb mit ethischer Gesinnung

1989 gründen Fritz Föttinger und  Lothar Wild in Seebruck am Chiemsee die Druckerei F&W. Voll Elan beginnen die beiden mit einer Vierfarben MAN Roland im Halbformat den Einstieg ins Druckbusiness. Schon bald platzen die Räume in Seebruck aus allen Nähten. Ein Neubau in Kienberg schafft Platz für das ständig wachsende Familienunternehmen.

Firmengebäude in Kienberg, Bildquelle F&W

Entscheidungen werden hier stets zum Wohle des Unternehmens getroffen und nicht im Sinne von Anteilseignern. Diese Philosophie verfolgen Fritz Föttinger und Lothar Wild bereits seit den Anfangsjahren. Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind schon seit den Gründungsjahren im Unternehmen beschäftigt und garantieren gemeinsam den Erfolg der Firma. Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit Kunden, Lieferanten und vor allem den Beschäftigten waren von Anfang an die Maxime.

Wir wollen am Abend happy sein mit dem was wir gemacht haben. Man muss nicht immer den maximalen Profit aus allem schöpfen, denn es gibt auch viele Jobs die vor allem fürs Karma wichtig sind!

Jung und Wild und Druckfrisch

Mittlerweile arbeitet nun schon die zweite und dritte Generation im Betrieb Seit 2008 sind Benedikt Wild und sein Bruder Lorenz Wild fester Bestandteil des Unternehmens. Und seit 2017 verstärkt nun auch Ajitha, die Tochter von Herrn Föttinger, die Firma. Alle drei sind quasi im Betrieb aufgewachsen und waren von Kindesbeinen an dabei, bis hin zum Abschluss ihrer betrieblichen Berufsausbildung.

Die junge Generation wurde auch zur treibenden Kraft bei der nachhaltigen Transformation des Unternehmens. „Am Anfang“, sagt Benedikt Wild, „haben wir einfach alles gemacht, was andere auch gemacht haben: FSC, PFC usw. Aber durch die Geburt meiner beiden Kinder hat sich etwas gewandelt – die spielen tagsüber im Waldkindergarten und sind an der frischen Luft – da kann der Papa nicht einfach mit seinem Tun und Handeln die schönen Sachen in der Welt kaputt machen.“

Die Fragen der Nachhaltigkeit rückten bald immer mehr in den Fokus der Unternehmensphilosophie. Die zentrale Frage dabei war: Ist qualitativ hochwertiger und gleichzeitig ökologischer Druck möglich? In der traditionellen Druckindustrie geht vieles nur mit Chemie, aber wieviel Chemie ist nötig? Kann man verschiedene Elemente und Stoffe ohne Qualitätsverluste ersetzen? Welche Möglichkeiten haben die Kunden und die Druckerei, nachhaltige und gleichzeitig hochqualitative Drucksachen zu realisieren?

Nach und nach wurden daher alle Produktionsprozesse auf umweltschädliche Auswirkungen überprüft und durch ökologische Maßnahmen nachhaltig verbessert. Seit Anfang 2021 ist das Unternehmen nun nach den strengen Kriterien des Blauen Engel De UZ-195 für Druckprodukte zertifiziert.

Am Ende wollen wir einen sauberen Job gemacht haben. Sauber in der Ausführung und auch sauber in Bezug auf die Umwelt – natürlich gelingt das nicht immer sofort. Aber wir werden jeden Tag besser, und ich denke das ist es, was letzten Endes wichtig ist.

Print eco and awesome

Eines ist den jungen Wilden des Unternehmens dabei besonders wichtig: Es darf keinen Widerspruch zwischen Nachhaltigkeit und hochqualitativen Druckerzeugnissen geben. Dafür steht auch der Leitspruch des Unternehmens: Ökologisch und großartig drucken. An dieser Symbiose wird bei F&W in allen Bereichen der Produktion ständig nachhaltig gearbeitet: Ein hochqualitatives Druckprodukt mit Recyclingpapier soll noch edler und besser wirken als traditionelle Druckprodukte, denn Recyclingpapiere haben eine unbestechliche Haptik, die es ermöglicht, nachhaltige Druckinnovation in echten Kundennutzen umzuwandeln.

Und hierin sieht das Unternehmen seit der Blauen Engel Zertifizierung seine wichtigste Aufgabe: Dem Markt zu zeigen, welch brillante Produkte man mit diesen Papieren herstellen kann.

Nachhaltig at its best, Bildquelle F & W

Eine Freirückenbroschüre als Abschlussarbeit?

Warum nicht? Die Bachelorarbeit „Holy shit“ der Designerin Johanna Schnappauf visualisiert eine Aufforderung an den Menschen, sich selbst zu vertrauen, das eigene Nutzungsverhalten im Internet zu hinterfragen und nicht allem Glauben zu schenken. Dabei wurden generierte pseudo-profunde Sprüche einer KI in den Kontext eines ‚Heiligen Buches‘ gesetzt.

Die unterstützenden Himmelsabbildungen schaffen eine Überschneidung vom digitalen zum religiösen Kontext. Durch Transformation auf mehreren Ebenen offenbart sich die Technologie immer stärker. Der Betrachter wird nicht nur durch den Text zum Nachdenken angeregt, sondern auch durch den Farbschnitt am Buchblock sowie die Abbildungen auf schwarzem Grund.

Und so fand auf dem Weg der nachhaltigen Druckkunst das Leitbild des Unternehmens nicht nur auf dem deutschen sondern auch auf dem europäischen Markt seine begeisterten Anhänger. Das azurblaue Wasser des bayrischen Meeres und das in der Sonne flirrende Panorama der bayrischen Berge spiegeln sich in der innovativen Druckkunst, die in Kienberg seit vielen Jahren praktiziert und propagiert wird. Die Odyssee der Verheißung beginnt für viele nachhaltige deutsche und europäische Printbuyer bei der F&W Druck- und Mediencenter GmbH.

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Guido Rochus Schmidt

Guido Rochus Schmidt

Umweltexperte u. Autor

Guido Rochus Schmidt war von 1979 bis 2013 Geschäftsführer der Ulenspiegel Druck GmbH & Co. KG, die 1999 als erste Druckerei Bayerns das EMAS-Zertifikat der Europäischen Union erhielt. Als Umweltexperte betreute er von 1999 bis 2017 die ökologische Fortentwicklung des Unternehmens. Seit 2017 berät der Experte Unternehmen bei allen Fragen der Nachhaltigen Medienproduktion.

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Cradle to Cradle
Cradle to Cradle (C2C) bedeutet sinngemäß „vom Ursprung zum Ursprung“. Es gilt als Ansatz für eine konsequente Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel, den Idealfall des Recyclings zu erreichen. Ob dies auch für Druckprodukte gilt, - darüber sprechen wir mit einem Vertreter der Deinking-Organisation INGEDE

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