Interview mit Mario Drechsler
Prototyp der Nachhaltigen Medienproduktion

Der Medienexperte Mario Drechsler trägt als Vater Verantwortung für drei Kinder – und als Medienproduktioner für seine Kunden. Drechsler weiß, dass die Zeit zum Diskutieren im Umweltschutz abgelaufen ist und handelt nachhaltig. Er war einer der Ersten in der Purpose-Szene und hat als Medienproduktioner mit umweltgerechten Druckprojekten neue Maßstäbe gesetzt.

Mario Drechsler
Mario Drechsler, Geschäftsführer Highendmedia GmbH, Medienproduktioner und -experte, mit Schwerpunkt auf Farbmanagement, Highend-Produktionen sowie die Produktion von ökoeffizienten, nachhaltigen Drucksachen. Bildquelle: Mario Drechsler | Highendmedia GmbH.

In der aktuellen Wirtschaftslage, in diesem Dauerstatus der Coronakrise, ist es für Entscheider und Führungskräfte kaum noch möglich, selbst über nur wenige Monate hinweg zu planen. Sicher ist, dass wir momentan einen massiven Paradigmenwechsel in der Deutschen, europäischen und globalen Wirtschaftspolitik erleben.

Trotz der Krise, auch in der Kultur- und Kreativwirtschaft, werden derzeit die negativen und positiven Folgen bzw. Chancen diskutiert, die sich mit dem zwangsläufigen „Reset“ großer Teile vieler Volkswirtschaften ergeben könnten. Es ist unbestritten, dass viele Wirtschaftszweige bereits vor der Coronakrise schwer angeschlagen waren. Durch die im Zuge der 2008er-Krise historische Geldflut vieler Zentralbanken, konnten die Symptome der auf Gewinnmaximierung kalibrierten Wirtschaft für etwa zehn Jahre gelindert werden. Die generellen Krankheit des neoliberalen Kapitalismus wurde so nicht geheilt.

Die globale, neoliberale Wirtschaft in der aktuellen Form ist offensichtlich an ihre Grenzen gekommen – mit oder ohne Coronakrise.

Nicht selten wurden Unternehmen sogar unmittelbar von der EZB mit Unternehmensanleihen gestützt, wohl, um zunächst Arbeitsplätze zu sichern. Mögen die Absichten und Steuerungen noch so gut gemeint gewesen sein, führten sie doch zu massiven und mit Blick auf die Nachhaltigkeit katastrophalen Nebenwirkungen:

Hyperventilation und Überproduktion der Wirtschaften

Zum Beispiel wuchs die Überproduktion in vielen Branchen. Durch immer effizientere Maschinen, die mit zunehmenden Rabatten seitens der Industrie vermarktet wurden, stieg entweder das Produktionsvolumen, trotz kaum größerer oder sogar geringerer Nachfragen oder es kam zu weiteren Insolvenzen bzw. zu gefährlichen Stillstands-Quoten: etwa dort, wo das produktionstechnisch möglich war wie in der Druckbranche, denn dort werden entsprechende Produkte On-Demand produziert. In anderen Industriezweigen wie in der Automobilindustrie, ließen sich jedoch die Bänder nicht einfach für mehrere Wochen abschalten, da die Produktionen auf bestimmte Stückzahlen fixiert sind, was schließlich dort und in vielen anderen Industriezweigen zu teils massiven Überproduktionen geführt hat.

Schließlich erlebten wir also keine Inflation, sondern, nicht zuletzt aufgrund eines Überangebotes, eine Deflation, denn die Waren mussten raus, koste es, was es wolle. Geld war nie das eigentliche Problem. Vielmehr der Glaube an ein grenzenloses Wachstum im Sinne einer „Konsumier das Doppelte“-Mentalität.

Menschenleben retten und Klimawandel verlangsamen

Es ist so gut wie sicher, dass sich die Lage noch einmal deutlich verschärft, nachdem die Wirkung dieser jetzt angelaufenen zweiten und nochmals gigantischeren Geld-Welle verpufft ist, die einem Tsunami gleichkommt. Schon heute ist hundertfach mehr Geld als Wirtschaft- oder Warenleistungen in den verschiedenen Wirtschaftssystemen. Das alte System hat sich überholt. Je länger wir warten, desto schlimmer wird der Break – hin zu etwas Neuem. So dürften die neuen Macht- und Handlungsspielräume der Regierungen im Rahmen der Coronakrise sogar zur richtigen Zeit kommen, denn fundamentale Veränderungen waren ohnehin absehbar.

Die alarmierenden Auswirkungen der bisherigen Wirtschaftsformen auf das Weltklima sind angesichts der seit mindestens 20 Jahren hyperventilierenden Volkswirtschaften unübersehbar – mit der Folge von schon heute hunderttausenden Todesopfern jährlich. Diese traurige Zahl potenziert sich durch viele weitere Menschenopfer des Kapitalismus, denn unser Lebensstandard bzw. unser Luxus baut nicht selten auf dem Elend anderer Erdenbewohner auf:

Denken wir nur an die Sojafelder in Paraguay, über denen ungeachtet der dort lebenden Menschen große Mengen von Pestiziden mit Flugzeugen abgesprüht werden, was in nach unserem Rechtsystem in etwa dem Straftatbestand einer vorsätzlichen Tötung gleichkommt. Denken wir an das größte Industrieprojekt der Welt in Kanada, wo auf einer Fläche etwa der Größe Englands (142.000 Quadratkilometer) das drittgrößte Ölvorkommen weltweit im Sand liegt und durch rücksichtslosen Raubbau an der Natur gefördert wird. Oder denken wir an die Kobaltminen z. B. im Kongo, wo mehr als zwei Millionen Menschen Kobalt und Kupfer im Kleintagebau unter höchstem Gesundheitsrisiko abbauen, damit wir Smartphones preiswert nutzen können. Ganz zu schweigen von den Brandrodungen u. a. in Brasilien, ebenfalls häufig für das Soja-Business, auch, um hier die Massentierhaltung in Gang zu halten. Die Liste wäre beliebig fortzuführen und zeigt uns nur eines: die hässliche Fratze eines teilweise regelrecht kannibalistischen, neoliberalen Kapitalismus in einem Endstadium.

Coronakrise und die Hoffnung

Jetzt ist ein sehr günstiger Zeitpunkt, dieses Wachstumsprinzip, das rein auf Verdrängung und Expansion basiert, fundamental neu zu justieren.

Dazu braucht es ein anderes Währungs- und Bewertungssystem, auf Basis von Kriterien wie Humanität, Fairness und Nachhaltigkeit.

Gerade jetzt regulieren, steuern und verbieten viele Regierungen dieser Welt wie nie zuvor. Eine riesige Chance, viele Industriezweige „von gestern“ radikal abzuschalten oder runterzufahren, etwa wie derzeit schon die Flugbranche, Stichwort: Billigfliegen. Und es ist eine große Gelegenheit, endlich konsequenter in zukunftsfähige Unternehmen zu investieren.

Zukunftsfähig sind nur solche Unternehmen, die nachhaltig sind – daran besteht kein Zweifel.

Dieses Mal könnte sogar die bislang klimaschädliche Vermehrung der Geldmenge,  Geld als erstrebenswerte Bewertungsgröße generell deutlich relativieren. Je mehr Geld über dem Mittelstand sowie Klein- und Kleinstunternehmen abgeworfen wird – und zum Beispiel auch Helikoptergeld als bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) – desto relativer dürfte Geld als Wertmittel werden. Genau das passiert derzeit. Doch wenn schon Billionen Euro ausgekehrt werden, dann müssten jetzt auch nachhaltige und fair handelnde Unternehmen erheblich stärker profitieren.

Die Bundesregierung sowie die EU haben doch sehr klare Ziele formuliert, nämlich, die nachhaltige Entwicklung zu fördern!

Der European Green Deal ist ein von der Europäischen Kommission am 11. Dezember 2019 erklärtes Konzept, bis 2050 in der Europäischen Union die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf null zu reduzieren. Bereits in den nächsten zehn Jahren sollen die Treibhausgase im Vergleich zum Jahr 1990 um mindestens 55 Prozent reduziert werden. Diese Schritte sind zwingend, denn fossile Brennstoffe sind endlich, sie fördern Despoten, lösen Kriege aus und schaden der Umwelt.

Trotz aller markigen Worte der Legislative ist derzeit für nachhaltige Unternehmen kaum erkennbar, dass endlich auch Taten folgen. Es bleibt inständig zu hoffen, dass die gerade jetzt wachsende Hoffnung auf eine breite, globale und nachhaltig agierende Koalition nicht enttäuscht wird und auch, dass die Leistungs-Bewertung vom reinen Geldwert entkoppelt wird. Der deutsche Finanzminister, Olaf Scholz, wollte „mit Wumms aus der Krise“ kommen.

Wir müssen jetzt mit „Wumms“ in eine neue Ära, eine Phase der globalen, nachhaltigen Marktwirtschaft übergehen –

vielleicht als Industrie 4.5, quasi eine industrielle Stufe der globalen Nachhaltigkeit, die sich zwischen der 4. und 5. industriellen Revolution etabliert. Institutionen und Regierungen müssen sich jetzt endlich, gemeinsam mit willigen Playern aus der Industrie, zu einer Kehrtwende durchringen.

Wann sonst, wenn nicht jetzt?

Nachhaltigkeit und Gemeinwohl

Wie das funktioniert, zeigen uns bereits funktionierende, alternative Wirtschaftsmodelle: Gemeinwohl-Ökonomie steht schon seit Jahren Modell für eine neue Wirtschaftsform und ist ein ernst zu nehmender Gegenentwurf zur neoliberalen Ethik der Gewinnmaximierung. Ein Entwurf, der längst in der Realwirtschaft angekommen ist und anerkannt wird.

Etwas diffuser, also z. B. ohne konkrete Bilanzierung der Gemeinwohlleistungen, jedoch mit sehr viel Energie, entwickelte sich bereits Jahre vor der Coronakrise eine neue Ideologie, die international mit der Überschrift „Purpose“ beschrieben wird. Immer mehr Unternehmen und Agenturen bekennen sich sehr konkret zur qualifizierten Nachhaltigkeit. Gerade auch Start-ups vermarkten die Nachhaltigkeit und den Sinn und Zweck ihrer Unternehmungen sogar als zentrales Geschäftskonzept (USP).

Für mich hat diese Bewegung das dynamische Potenzial des Internets der 90er-Jahre. Unternehmen, die das Internet zu der Zeit noch verniedlichten und seine Protagonisten, die Nerds, belacht haben, wurden schnell eines Besseren belehrt. Die Tage für Greenwasher und geldgetriebene Profiteure, die ausschließlich auf ihre Gewinnmaximierung und nicht auf die Umwelt oder das Wohl der Gemeinschaft schauen, dürften gezählt sein. Wie schnell und dynamisch sich die Spielregeln ändern können, erleben wir aktuell.

Der Wandel von innen heraus

Die wachsende Zahl von Gemeinwohl- und Purpose-Unternehmern wird durch eine zunehmende Verantwortung der Konsumenten flankiert, denken wir nur an den gigantischen Veggie-Boom, der die Billigfleischindustrie langsam aber sicher in die Knie zwing. Was da passiert, ist eine Entwicklung von innen heraus.

Die Corporate Social Responsibility (CSR),

das nachhaltige Image einer Marke, ist mittlerweile ein Wettbewerbsfaktor, eine harte Währung!

Was sich für große oder internationale Konzerne wie die Metro AG oder die Deutsche Telekom AG schon länger abzeichnet, wird jetzt auch bei führende Kreativagenturen zum Standard. Immer mehr Agenturen und Marketers bekennen sich zur qualifizierten Nachhaltigkeit, anstelle von Feigenblatt-Umweltschutz.

Auch hochwertig nachhaltig zertifizierte Druckereien (vgl. UmDEX) investieren Jahr für Jahr Geld oder verzichten auf Einnahmen für ihr eigenes CSR, um sehr viel sozial- und umweltgerechter zu handeln, als gesetzlich gefordert. Für diese Druck- und Mediendienstleister ist Umweltschutz weit mehr als ein Marketingargument (vgl. Mission Statement).

Vorreiter in der Nachhaltigen Medienproduktion

Mario Drechsler ist Ehemann und Vater von drei Kindern. Er begann 1988 seine Ausbildung zum Reprofotograf und ist seit 1993 staatlich geprüfter Reproretuscheur. Nach seiner Ausbildung mit analogen Prozessen, begleitete er die gesamte DTP-Entwicklung und gründete vor knapp 20 Jahren, im Jahr 2001, die Firma Highendmedia GmbH. Heute übernimmt er für seine Kunden die Umsetzung hochwertiger Printprodukte. Vom Foto über Postproduktion, Retusche, Reinzeichnung und klassischer Litho, bis zur fertigen Druckdatei. Er betreut Druckabnahmen und steuert in Druckbetrieben die Workflows und Druckprozesse.

Darüber hinaus berät und schult Mario Drechsler Unternehmen, vor allem in puncto Colormanagement sowie bei allen Fragen der Nachhaltigkeit und stellt für Kreative, Agenturen und Verlage mit seinem Fachwissen ein Bindeglied zur Produktion dar. Zudem engagiert er sich bei der Entwicklung neuer Druck-Standards mit Intensiv-Skalen und für ökoeffiziente Druckprodukte, schon, als das Thema noch gar nicht derart präsent wie heute war.

Privat ist der Medienprofi leidenschaftlicher Fotograf und Skibergsteiger, immer auf der Suche nach dem Highend.

„Viele Gipfel haben mich schon gesehen und viele warten noch auf mich!“

Das erfolgreichste nachhaltige Druckwerk aller Zeiten?

Blauer Engel-zertifizierter Wandkalender

Der Wandkalender DEMUT war der erste unter zig Tausenden Kalendern, der mit dem qualifizierten Blauen Engel RAL-UZ 195 zertifiziert und insgesamt hochwertig umweltgerecht zertifiziert wurde.

Einer der Gipfel als Medienproduktioner war die Idee zu einem konsequent nachhaltigen Wandkalender „DEMUT“. Als Initiator und Producer des Projektes wollte Drechsler das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit der natürlichen Ressource Papier fördern. Er wollte demonstrieren, dass kompromisslos umweltgerechte Druckwerke selbst höchsten Ansprüchen gerecht werden können.

„Rohstoffe aus nachhaltigen Quellen müssen ihren Weg in verantwortungsvolle Hände finden – dieser Gedanke war meine wesentliche Motivation für dieses Projekt“,

sagt der Medienexperte, der für dieses Projekt die Postproduktion, Litho und Reinzeichnung, die Erstellung der Druckdaten sowie die Betreuung des Druckprozesses anging. Der bekannte Fotograf für alpine Fotografie, Uli Wiesmeier, ließ sich von der Idee und der damit verbundenen Message begeistern und spendete exklusive Motive aus den Alpen.

Die Schaffung von mehr Werten als nur Geld

Und nochmal sind wir beim Begriff „Purpose“, dem Sinn und Zweck einer Unternehmung, denn:

dieses Nonprofit-Projekt hat sich nicht rentiert.

Jedenfalls nicht in üblicherweise gemessenen Dimensionen, also in Geld. Aber sehr wohl in Bezug auf eine millionenfache Reichweite, weltweit. Der Kalender gewann den bedeutendsten internationalen Kalenderaward GREGOR, den Deutschen Designpreis und den Red Dot Design Award. Der Kalender war das erste Sieger-Druckwerk, das vollständig mit dem hochwertigen Zertifikat Blauer Engel DE-UZ 195 zertifiziert worden ist – wurde also durchweg umweltgerecht hergestellt. Dieses Projekt markierte einen weiteren Meilenstein für eine neue Ära in der nachhaltigen Medienproduktion. Das Druckwerk war ein Wendepunkt, weg vom Öko-Image nachhaltiger Drucksachen, hin zum State-of-the-Art-Bewusstsein.

In Gemeinwohl-Wert kalkuliert, ist Mario Drechsler mit diesem Projekt ganz sicher zum Millionär geworden.

Eines der vielen weiteren Nonprofit-Projekte war eine Broschüre mit Motiven aus Hamburg, über die wir auch im folgenden Interview nochmals sprechen.

Hamburg-Prospekt, umweltfreundlich

Natürlich, mit Ökodruckfarbe, auf ungestrichenem Recyclingpapier gedruckter Prospekt, zertifiziert mit dem Blauen Engel. Ein weiteres Meilenstein-Projekt, denn beim Druck konnte Drechsler den darstellbaren Farbraum gegenüber dem üblichen Branchenstandard um ca. 25 Prozent erweitern.

Mario Drechsler ist zweifelsfrei einer der Begründer und ein bedeutender Trigger der Purpose-Szene in der deutschen Medienbranche.

Darum hatte ich große Lust, mit ihm über seine Projekte und über die brennenden Themen unserer Zeit zu sprechen. Natürlich für umdex.de mit besonderem Fokus auf seine Expertise bei der Nachhaltigen Medienproduktion.

 

„Unwissenheit hat immer auch etwas mit Wegschauen zu tun.“

Umweltfreundlicher Medienproduktioner

Mario Drechsler, Geschäftsführer Highendmedia GmbH.

 

Mario, warum bist Du derart am Thema Nachhaltigkeit interessiert, was triggert Dich dabei?

Mario Drechsler: Damals ging ich für die Umwelt auf Demos und führte selbst ein alternatives Dasein. Damals wurde ich oft als gesellschaftlicher Außenseiter in eine Öko-Schublade gesteckt. Bis heute hat sich aber viel verändert.

Müsli und vegetarische Kost haben beinahe schon Kultstatus erreicht. Die zahlreichen Lifestyle-Magazine berichten von neuem Bewusstsein für Körper, Geist und Seele. Umweltschutz, Waldbaden und Yoga ist mittlerweile genauso salonfähig geworden wie AC/DC. Auch ich habe sehr viel dazu gelernt und halte stets meine Augen offen. Drei wichtige Fragen haben sich in meinem „Konsum-Leben“ etabliert:

  • Wo kommt Die Zutaten für Produkte und wo kommen die Produkte her,
  • was passiert damit, wenn ich es nicht mehr brauche und
  • brauche ich das wirklich?

Allein diese Fragestellung hat mein Konsumverhalten stark verändert und prägt heute meinen Alltag. Auch meine Kinder finden diese Fragestellung  absolut berechtigt, sogar wenn es um Spielzeug geht.

Das schöne ist heute: Es gibt mittlerweile für beinahe alles nachhaltige Alternativen und Lösungen. Wir brauchen nur darauf zugreifen. Es gibt keinen Grund auf Nachhaltigkeit zu verzichten. Es gibt auch keine Trennung zwischen Privatleben und Beruf. Es geht uns alle an. Wenn ich mir Gedanken über meinen Footprint mache und meine Haltung entsprechend anpasse, übernehme ich auch Verantwortung für mein Handeln.

Der Flughafen München hat Dich seinerzeit mit einem Konzept für Nachhaltigkeit beauftragt. Wie habt ihr zusammengefunden?

Mario Drechsler: Das kreative Management war auf der Suche nach Druckdienstleistern, welche in bester Qualität Premium-Produkte auf Naturpapier produzieren können. Hier ging es insbesondere um den Druck mit Intensiv-Skalen, das sind hochpigmentierte Druckfarben, für eine bessere Farb- und Kontrastdarstellung.

Ein Mitarbeiter der Marketingabteilung des Flughafens kannte meine Expertise und hat mich hier ins Gespräch gebracht. Bei einem ersten Termin konnte ich die Leitung der Abteilung zu einigen Themen rund um die umweltverträgliche Printproduktion aufklären.

Auch, dass nicht alles ist so „grün“ ist, wie es sich anhört.

Beispielsweise ist „Naturpapier“ nicht grundsätzlich umweltverträglicher als andere Papiersorten. Es besteht vorwiegend aus Frischfasern (Holzschliff) und ist halt einfach nur ungestrichen verarbeitet. Durch die offene und samtige Oberfläche vermittelt das Papier lediglich einen natürlichen Charakter.

Oder das LE-UV Druckverfahren, welches gerne bei sogenannten Naturpapieren als besonders geeignet angepriesen wird. LE steht für Low-Energy im Bezug auf den hohen Energiebedarf des gewöhnlichen UV-Drucks. Der tatsächliche Energieverbrauch liegt aber dennoch über dem einer vergleichbaren konventionellen Druckmaschine. So dachte man am Flughafen München, man hätte in der Vergangenheit mit LE-UV Druck und Naturpapier etwas für die Umwelt getan.

Was war der Grund, Dich zu beauftragen bzw. welche Expertise hast Du eingebracht?

Mario Drechsler: Aufgrund des aufschlussreichen und offenen ersten Gesprächstermins hatte die Marketingleitung vertrauen in meine Person gewonnen und vor allem Interesse daran, zukünftig an einem echten nachhaltigen Konzept für die Printmedien des FM zu arbeiten. Mit meiner direkten Zusammenarbeit mit zahlreichen Dienstleistern und Zulieferern der Druckindustrie passte mein Portfolio perfekt für diese Aufgabe. Ich habe durch meine langjährige Arbeit beste Kontakte zu Herstellern von Druckfarben, Papier, Software und Messtechnik. Zudem konnte ich hier auch auf mein Know-how aus meinem Engagement bei Forschungsprojekten und der Mitarbeit bei Standardisierungs-Projekten der Fogra zurückgreifen.

Welche Dienstleistung hast Du denn konkret erbracht?

Mario Drechsler: Der Kunde wollte einen eigenen High-Quality Prozess-Standard mit speziellen Vorgaben zur Umweltverträglichkeit in der Produktion und beim Produkt selbst. Dies galt es für mich zu konzipieren und letztendlich auch zu entwickeln.

Dieser HighQuality-Ecoprint-Standard sollte zudem im Farb- und Kontrastumfang des Druckbildes um mehr als 20 Prozent über den branchenüblichen Druckbedingungen liegen. Vorrausetzungen wie Papier und Druckfarben mit dem Zertifikat des Blauen Engel, Deinkbarkeit mit eigenem Gutachten bei der INGEDE und nachgewiesenes Umweltmanagement der Druck- und Weiterverarbeitenden Betriebe wurden definiert.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil war, dass der Standard in jeder modernen Druckerei anwendbar sein muss, um eine unabhängige Lieferantenauswahl für den FM zu gewährleisten.

Der Standard wurde anhand von vier Testdruckphasen entwickelt und verifiziert. Anfangs wurde eine Auswahl von zwei aus zehn Papiersorten anhand der ersten Testdrucke getroffen, die mit drei verschiedenen Druckfarben-Serien produziert wurden. Beim anschließenden Deinking-Test für das entsprechende INGEDE-Gutachten fielen allerdings zwei „Blauer Engel“-Farbserien durch. Mit dem ausgewählten Papier und der guten Farbserie wurden weitere Testdrucke in verschiedenen Druckereien angefertigt. Vorort bestimmte ich die Vorgaben für die Druckbedingung und übernahm die Druckleitung für die Produktion der Testdrucke.

Die Resultate wurden dann von mir visuell ausgewertet, messtechnisch auf einen gemeinsamen Nenner gebracht und die Vorgaben für diesen Standard entsprechend dokumentiert.

Es entstanden eigene ICC-Farbprofile und die Farbverbindlichkeit der Digitalproofs ließ ich von der FOGRA zertifizieren.

Gleich bei dem ersten Projekt, der Imagebroschüre des Flughafen München, bewies der neue Standard seine Qualität. Alle waren begeistert: der Kunde, die Druckerei, der Drucker an der Maschine und letztlich auch ich.

Ein weiteres, echtes Meilenstein-Projekt von Dir war der Wandkalender „DEMUT“, der zu den erfolgreichsten Druckwerken der Kategorie Nachhaltigkeit in den letzten Jahrzehnten zählt. Wie kamst Du auf diese Idee, Mario?

Mario Drechsler: Ich wusste seit längerer Zeit um die positiven Entwicklungen in der Druckindustrie. Die Farbhersteller konnten hochwertige Ökodruckfarben produzieren, die Papierhersteller brachten mehr und mehr anspruchsvolle Recyclingpapiere auf den Markt, die Zusatzstoffe in den Druckereien wurden deutlich umweltverträglicher und das Umwelt- und Energiemanagement wurde teils radikal verbessert.

Dennoch fanden meine Kunden es noch nicht „sexy“ genug, um ihre eigenen Printmedien ökoeffizient produzieren zu lassen.

Über dem Recyclingpapier hing immer noch ein grauer Schleier, welcher aus den Köpfen vieler kaum wegzubekommen war. Daher kam meine Idee, selbst ein überzeugendes Printprodukt zu schaffen, mit welchem ich die positiven Entwicklungen der Druckindustrie mit der entsprechenden Haltung zum Thema Nachhaltigkeit transportieren konnte. Es sollte ein Kalender werden.

Dank meiner guten Kontakte stieß ich mit meiner Idee recht bald auf großes Interesse und Entgegenkommen. Der Papierhändler Geese aus Hamburg stellte für das Projekt das Papier zur Verfügung, Clormann Design unterstütze mich bei der Konzeption und Gestaltung, der Fotograf Uli Wiesmeier stellte mir für das Projekt bisher unveröffentlichte Fotografien zur Verfügung. Der Buchautor Stefan König schrieb das Vorwort, der Druckfarbenhersteller Huber Group stellte die Farbe und das Druckhaus Berlin Mitte übernahm schließlich den Druck des Kalenders. Als Initiator und Projektmanager übernahm ich die zentrale Kommunikation, arbeitete am Konzept, übernahm die Bildbearbeitung und Reinzeichnung und final auch die Druckabnahme in der Druckerei.

Es war ein reines Non-Profit-Sponsoring-Projekt.

Die Auflage von 700 Stück wurde dann unter allen Beteiligten gleichmäßig aufgeteilt. So konnte jeder den Kalender in seinem Umfeld verteilen und somit selbst Werbung für solche Produkte machen.

Hast Du nicht doch ein bisschen darauf abgezielt, damit auch Preise abzuräumen?

Mario Drechsler: Nach den intensiven drei Monaten, von meiner Idee bis zum fertigen Produkt, konnte ich mich über den Kalender gar nicht mehr so freuen, als dieser dann vor mir lag. Es ging sehr viel Zeit dabei drauf und ich musste ja nebenbei noch meine normale Arbeit machen.

Ich wollte keinen Ruhm, aber ein Exempel für die Brillanz eines nachhaltigen Medienproduktes statuieren.

Dann liefen noch ein paar Dinge schief und es kam zu den üblichen Verzögerungen, vor dem eigentlichen Druckprozess. Zunächst habe ich mit dem Kalender nur einigen Verwandten und Freunden ein Weihnachtsgeschenk gemacht.

Schließlich hast Du ein ganz besonderes Exempel statuiert, nicht wahr? Dann hat Dich der Medienrummel überrascht?

Schon, denn mein Ziel war eigentlich nur, einige Exemplare eines gelungenen, nachhaltigen Druckwerkes an meine Kunden zu verschicken, um zu zeigen, was heute in dem Segment Nachhaltigkeit möglich ist. Damit war es für mich eigentlich auch schon erledigt. Marc Clormann hatte dann aber doch noch den Drive, den Kalender bei dem gregor international calendar award einzureichen.

Dass mit dem Kalender dort in dieser enormen Konkurrenz aus Hunderten aufwändig produzierten Produkten mit Prägungen, Stanzungen, Lack und Folien etwas Großes zu gewinnen war, hätte ich nicht erwartet.

Also ja, ich war überrascht und natürlich sehr erfreut. Das Projekt ist bis heute ein tolles Beispiel dafür, das man mit einfachen, nachhaltigen Mitteln großartige Drucksachen machen kann.

Und ein Umdenken wird Zeit. Ein Klimawandel kam noch nie so rasend schnell wie jetzt gerade, in nur wenigen Jahrzehnten. Der menschengemachte Treibhauseffekt ist evident. Kaufen Kunden aus Geiz oder Unwissenheit trotzdem immer noch bei weniger nachhaltigen Druckereien?

Mario Drechsler: Ehrlich gesagt weiß ich es nicht, aber ich denke es trifft wohl beides zu.

Unwissenheit hat immer auch etwas mit Wegschauen zu tun.

Es ist so viel Wissen über nachhaltige Produktionen vorhanden und es werden zahlreiche fertige Lösungen angeboten. Zudem wird umfangreich in diversen Medien und Kanälen darüber berichtet. Die Not isst offensichtlich für viele noch nicht groß genug, um endlich umzudenken.

Auf die Profitgier des Menschen kann man sich leider immer verlassen.

Natürlich stehen einige Printbuyer selbst unter finanziellem Druck und können hier nicht frei entscheiden. Aber solange im Supermarkt noch tonnenweise Billigfleisch gekauft wird und Druckdiscounter Massendrucksachen finanziell begünstigen, werden auch genauso Billigdruckprodukte konsumiert werden. Es muss sich noch mehr das Bewusstsein und die Haltung der Gesellschaft ändern und es muss noch mehr hingesehen und verstanden werden.

Wichtig ist vor allem die Botschaft, dass aus einem Verzichtsgefühl (z. B. weniger Profit) ein handfester Gewinn wird. Das reizvolle daran ist: ich kann jetzt sofort starten! Ich muss auf nichts warten!

just do it – es gibt schon unzählige fertige Lösungen. Wir brauchen es nur noch tun! Das gilt auch für Print, denn exzellent nachhaltige Druckereien sind da, siehe hier die die Druckereien der UmDEX-Klasse, so, wie ihr sie wohl bezeichnet, oder?

Ja. Es ist ein einfach zu merkender Begriff, der nachhaltige Druckereien von weniger nachhaltigen, besonders aber von Greenwashern abgrenzen soll. By the way: Mit Blick auf Discount-Drucker und Greenwasher: Was ärgert Dich hier am meisten?

Mario Drechsler: Es muss jeder selber wissen was er tut und sich selbst im Spiegel ansehen können. Ich denke, dass wegen der niedrigen Preise im Discountdruck-Sektor oftmals weit mehr als die Hälfte der Drucksachen ihre Adressaten gar nicht erreichen, also direkt in die Tonne wandern. Eine echte Sauerei!

Quasi Fabrikneuer Müll.

Dies lässt sich wohl auf allerhand andere Billigprodukte ebenso übertragen. Hier ist der sinnlose Einsatz von Energie und Ressourcen zu beklagen. Auch hier sollte sich jeder ein paar Fragen stellen:

  • Warum kann das so günstig sein?
  • Wie sind die Herstellungs- und Arbeitsbedingungen?
  • Möchte ich, dass ich oder meine Kinder dort arbeiten müssen?
  • Woher kommen die Rohstoffe und wie kann das Produkt entsorgt werden?
  • Und für Print: kann mir der Druckdienstleister seine Nachhaltigkeit garantieren, etwa durch eine Umweltbilanz?

Schade ist es, wenn das Thema Nachhaltigkeit als reines Marketingtool zum Einsatz kommt. Hier beginnt der geistige Wandel der entsprechenden Berater und Produzenten gerade erst jetzt. Letztlich bin ich sicher, dass sich glaubhafte und geprüfte Zertifikate in der seriösen Geschäfts- und Konsumwelt etablieren werden.

Was macht denn aus Deiner Sicht eine nachhaltige Druckerei aus?

Mario Drechsler: Es gibt hier tatsächlich mittlerweile allerhand »seriöse« Zertifikate. Die selbstgebastelten Ökosiegel schließe ich grundsätzlich aus. Wenn zertifiziert, dann mit einem etablierten geprüften Siegel, denn nur so können Printbuyer real vergleichen.

Es gibt für Druckereien und Druckprodukte aus meiner Sicht maximal zwei Hände voll Zertifikate, die sinnvoll und glaubhaft sind. Mehr braucht es meiner Meinung nach nicht. Wichtig ist, dass die Zertifikate regelmäßig geprüft werden und dass Unternehmen sich transparent erklären, etwa durch eine jährliche Umwelterklärung. Das schafft das nötige Vertrauen.

Für die Betriebe ist die Umstellung, um solche Zertifikate zu erhalten, sehr zeitaufwändig und kostspielig. Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder. Es verhält sich ähnlich wie bei Bio-Produkten im Lebensmittelbereich. Das müsste im Preis-Vergleich noch mehr honoriert werden. Schließlich kauft man hier mit Verantwortung ein Produkt, das seinen Preis wert ist.

Ein Manko ist, dass die professionell nachhaltigen Druckereien erheblich mehr leisten, um das Thema zu featuren. Ohne nennenswerte Unterstützung.

Mario Drechsler: Ich denke, wenn echte und geprüfte Nachhaltigkeit in der Druckindustrie,

wenn umweltgerechte Drucksachen ähnlich wie in der Automobilindustrie mit staatlichen Subventionen belohnt würden,

könnte es eine Wende geben. Plötzlich wären diejenigen im Vorteil, die sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzen und ihre Prozesse auf den Prüfstand stellen.

Eigentlich müsste doch die Druckereien, die nicht bestmöglich nachhaltig drucken, verpflichtet werden, auf gewisse vermeidbare, aber nicht optimierte Umweltbelastungen hinzuweisen, oder? Gerade testet sogar Nestlé, so berichtet W&V, ein Art von Nutri-Score für Nachhaltigkeit. So abwegig ist der Gedanke also gar nicht, oder? 

Mario Drechsler: Das geht in die richtige Richtung. Nachhaltig und Umweltbewusst sollte das neue „Normal“ werden. Man kennt ja die Bilder auf den Zigarettenpackungen. Hat durchaus seine Berechtigung. Warum aber nur bei Zigaretten und beispielsweise nicht auch bei Fleisch aus der Massentierhaltung oder eben bei Druckprodukten ohne jegliche Prüfungen mit gesundheitsschädlichen Farben, langen Transportwegen aus Fernost und so weiter? Warum nicht draufschreiben, welche CO2-Last die Drucksache insgesamt erzeugt? Ja, ich würde so einen Prozess generell befürworten.

Würde nicht auch eine Förderung, eine Art Konjunkturprogramm für nachhaltigen Drucksachen, quasi nach dem Prinzip der Förderung von E-Mobilität, helfen? Die Bundesregierung will doch die nachhaltige Entwicklung fördern, nicht wahr?

Mario Drechsler: Damit würden nachhaltige Druckereien deutlich entlastet. Wie schon gesagt, ist die Druckindustrie ein sehr bedeutender Industriezweig weltweit. Das Einsparpotential von Energie, natürlichen Ressourcen und allgemein von CO2 ist hier also enorm und kann einen sehr bedeutenden Anteil zum Klima- und Umweltschutz beitragen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass hier sogar mehr rauszuholen wäre als bei der Automobilindustrie.

Mit ordentlichen Argumenten und gut recherchierten Zahlen sollte das möglich sein. Bei Subventionen für Klima- und Umweltschutz sollte es um den Wirkungsgrad der Maßnahmen gehen und nicht um wirtschaftliche Interessen. Daher wäre es unbedingt an der Zeit, die kostspieligen Maßnahmen nachhaltiger Druckereien zu unterstützen und somit auch preiswerte nachhaltige Printprodukte zu schaffen.

Du warst in Hamburg und hast Motive aus der Hansestadt für eine umweltgerechte Drucksache gesammelt und diese, wieder auf eigene Rechnung, in einer Broschüre zusammengefasst. Warum? 

Mario Drechsler: Ich habe diverse Projekte mit Kunden in Hamburg. Bei meinem ersten privaten Ausflug nach Hamburg mit meiner Tochter, hatte ich auch mal die Zeit einige Fotos in der schönen Stadt zu machen.

Mir fielen bei einigen Motiven starke Kontraste auf. So kam mir die Idee, von einer Auswahl geeigneter Motive eine eigene kleine Broschüre zu machen. Natürlich gedruckt mit Ökodruckfarbe, auf ungestrichenem Recyclingpapier, zertifiziert mit dem Blauen Engel. Diesmal aber mit hochpigmentierten Farben, um die Farb- und Schwarzkontraste nochmals zu betonen. Beim Druck konnte ich den darstellbaren Farbraum gegenüber dem üblichen Branchenstandard um ca. 25 Prozent erweitern.

Du machst sehr viel freiwillig, Mario. Nochmal konkret zu Deinem Business Wann schwören Kunden auf Dich? Was ist deine Superpower?

Mario Drechsler: Das ist relativ einfach beantwortet: Sicherheit durch Facharbeit. In der Druckindustrie haben sich zwei Welten entwickelt:

  • Die „good enough“-Discount-Produktionen, welche vor allem günstig sein müssen und
  • solche Produktionen, bei denen auf Qualität geachtet und auch Verantwortung übernommen wird. Meine Kunden benötigen vor allem beste Qualität und das mit Sicherheit.

Das fängt bei der Produktionsberatung an, geht über die Kommunikation mit den Kreativen, die Herstellung und Bearbeitung von Bilddaten, bis zur farbverbindlichen Druckvorschau und perfekten Druckdatenvorbereitung. Selbst im Bereich der Druckerei überprüfe ich für meine Kunden den Druck und übernehme die Leitung der Druckabnahme. Nichts wird dem Zufall überlassen.

Bist Du sowas wie eine nachhaltige Anti-Blamage-Versicherung? Verhinderst Du peinlichen Fehlgriffe, z. B. falsche oder exotische Umweltlabels auf Drucksachen?

Mario Drechsler: Das kann ich so bestätigen. Ich stelle für meine Kunden eine Art TÜV-Prüfer und Mechaniker zugleich dar. Ich überprüfe sämtliche Komponenten der Produktion auf ordnungsgemäße Funktion und bei Bedarf drehe ich an den richtigen Stellschrauben für ein optimales Resultat. Am Ende bekommen meine Kunden ein absolut „verkehrstüchtiges“ und real nachhaltiges Druckerzeugnis. Das kann ich garantieren – und das macht meine Arbeit aus. Da geht der Weg häufig gar nicht an Druckereien der „UmDEX-Klasse“ vorbei, da nur diese Druckereien real hochwertig labeln können und entsprechend zertifiziert sind.

Kann ich mir Dich leisten?

Mario Drechsler: Gegenfrage: willst Du Dir mich leisten? Meine Arbeit zahlt sich generell aus. Eine Möglichkeit ist, dass Du Dir zu all deinen Fragen über nachhaltige Druckprodukte die Antworten selbst googelst. Die Frage ist: Stellst Du alle wichtigen Fragen und kannst Du die Antworten technisch professionell umsetzen? Das Spektrum ist gigantisch.

Das alles kostet viel Zeit und bringt Dir aber dennoch keine Sicherheit. Für einen Satz Visitenkarten ist das möglicherweise egal, aber bereits für eine komplette Geschäftsausstattung oder eine wichtige Imagebroschüre rentieren sich Nachhaltigkeit, Qualität und Sicherheit immer.

Hier auf  umdex.de ein perfekter Schlusssatz. Danke, Mario für die Zeit!

Mario Drechsler: Ich danke Dir für das Interesse!

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Jürgen Zietlow

Jürgen Zietlow

Autor, Blogger, Fachtexter

Autor, Fachjournalist, Blogger, Umwelt-Lobbyist | 2005 bis 2017 Chefredakteur des Fachmagazins MEDIEN | seit 2010 Unternehmensberater für nachhaltige Kommunikation, Social Monitoring und Social Media | Entwickler der LineCore-Methode® (Recherche- und Redaktionssystem).

Fokus

Klimawandel in der Druckbranche
Der Klimawandel und seine dramatischen Folgen werden häufig kleingeredet – mit diesem Gedankengut werden oft die Wirkungen relativiert, die mit der qualifizierten Nachhaltigkeit einhergehen. Für die Druckbranche geht es dabei um ihren guten Ruf und das nachhaltige Image von Papier als Material aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen.
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