EcoVadis Goldmedaille
„Wir zählen zu den besten 1 % der von EcvoVadis bewerteten Unternehmen in der Druckbranche“

Nachhaltige Medienproduktion – das steht für die zertifiziert nachhaltige Herstellung u. a. von Druckerzeugnissen. Die Abläufe dabei sind vielschichtig. Für Printbuyer war es aufgrund fehlender Transparenz, Vergleichsmöglichkeiten und von Greenwashing bislang nur schwer nachvollziehbar, welche Druckereien wirklich umweltbewusst dienstleisten. Mithilfe internationaler Ranking-Systeme wie EcoVadis und gezielter Gesetze der EU wie der EmpCo-Richtlinie wird es jetzt einfacher, Druckereien wie die Industriedruck Brandenburg (IDB) GmbH zu finden und dort belastbare Umweltdaten für eigene Belange zu erhalten.

 

Kalender, Faltkarten, Bücher
Teamwork bei der Nachhaltigkeit (v.l.n.r.): Martin Lind, Geschäftsführer Industriedruck Brandenburg GmbH, Christin Lieke, Beauftragte für Nachhaltigkeit, Mario Baltrusch, Produktionsleiter. Bildquelle: Industriedruck Brandenburg GmbH (Toni Lind)
Teamwork bei der Nachhaltigkeit (v.l.n.r.): Martin Lind, Geschäftsführer Industriedruck Brandenburg GmbH, Christin Lieke, Beauftragte für Nachhaltigkeit, Mario Baltrusch, Produktionsleiter. Bildquelle: Industriedruck Brandenburg GmbH (Toni Lind)

Von Budgetentscheidern bis zu Verlagen: Disruptive Wandlungen in der Marketingkommunikation wirbeln derzeit die gesamte Branche auf. Einerseits stellt sich die Frage, ob eine bisweilen nicht selten reflexartige Digitalisierung der Kommunikation rentabel ist oder überhaupt irgendwann einmal wird. Besonders angesichts der Hyperinflation bei der Aufnahmefähigkeit digitaler Botschaften. Die kreative Schöpfungshöhe jedenfalls ist im freien Fall. Darum flutet KI-Content gerade den digitalen Raum. Wenn alle dieselbe moderne Schnellstraße nehmen, stehen sie gemeinsam im Stau. 

Andererseits fragen sich Marketingentscheider:innen, ob Print zumindest dann in Frage kommt – oder in diesem Umfeld sogar alternativlos ist –, wenn die Botschaften wirklich wichtig sind. Tatsächlich könnten haptische Medien wie Print im realen, physischen Raum in vielen Szenarien deutlich mehr Wirkung erzielen (vgl. Dossier der Brancheninitiative UmDEX).

Exemplarisch für viele solcher Erwägungen steht eine Erklärung in den sozialen Medien. Theresa Philipps, Head of Marketing bei dem Discounter für Heim- und Gartenartikel „Thomas Philipps“, erklärt und begründet, warum das Unternehmen nach fast 20 Jahren den eigenen Internetshop einstellt. Digitales Marketing, in diesem Fall der eigene Shop, sei angesichts des großen Wettbewerbs unrentabel geworden. Stattdessen wolle sich das Unternehmen auf den stationären Handel fokussieren. Der Discounter besinnt sich auf sein Kerngeschäft und die Nähe zu seiner Kundschaft vor Ort.

Eine Marketing-Entscheidung
für mehr Fokus auf die reale, physische Welt.

So ähnlich geht es derzeit vielen Unternehmen, die ihre digitalen Kanäle wie auf Social-Media-Diensten nur noch deshalb weiterführen, weil die Konkurrenz es auch macht. Seltener als gedacht aufgrund messbarer Absatzeffekte. Das bestätigen aktuellste Erhebungen, z. B. vom Ersten Arbeitskreis Social Media in der B2B-Kommunikation, dem Deutschen Institut für Marketing und auch aktuelle Branchenreports von Bitkom und HubSpot.  Für Unternehmen, die wieder stärker auf Offline-Strategien setzen, ist Print ein wichtiger, oft auch der zentrale Kommunikationskanal. 

Mehr oder sogar wieder deutlich mehr Print? Das wirft fast immer die Frage auf, ob haptische Medien aus Papier nachhaltig überhaupt noch State of the Art sind. Interessanterweise spielt diese Umweltfrage bei der Nutzung von digitalen Medien im Marketing kaum eine Rolle. Viele Unternehmen nutzen KI und digitale Channels häufig so, als bliebe die Erzeugung der notwendigen, unvorstellbaren Energiemengen ohne reale Umweltauswirkungen. 

Doch selbst, wenn Print in verschiedenen Anwendungs-Szenarien nachhaltiger wäre als vergleichbare digitale Channels, stellen sich viele die Frage: 

Ist das Thema Nachhaltigkeit
bei der Medienproduktion überhaupt noch wichtig? 

Solche Zweifel werden aktuell aufgegriffen, besonders im politischen Wahlkampf. Sind die Zweifel am Nutzen der nachhaltigen Transformation oder generell am menschengemachten Klimawandel begründet? Jedenfalls werden sie von autokratischen Regierungen wie den USA verbreitet.

Welche Bedeutung hat die
nachhaltige Medienproduktion in der Zukunft?

Analysten und Experten sind sich sicher, dass verschiedene Staats- und/oder Parteilenker in der EU und den USA die Bedeutung der Transformation und zugleich die Folgen einer übermäßigen Erderwärmung bewusst herunterspielen. Etwa um massive Wahlkampfhilfen der fossilen Industrie zu begleichen oder um mit unwissenschaftlichen Argumenten Wahlen zu gewinnen. Die Folgen sind sichtbar: 

Aktuell platzieren viele US-Unternehmen ihre Umweltwerbungen weniger präsent in Prospekten oder auf ihren Websites (Greenhushing). Allerdings oft nur, um z. B. Stress mit der Trump-Administration zu vermeiden. Auch in Deutschland und der EU gibt es vergleichbare politische Tendenzen bzw. Reaktionen aus der Wirtschaft. Tatsächlich aber erhöhen Unternehmen in der EU und selbst 87 % der US-Unternehmen diskret ihre Ausgaben für Nachhaltigkeit.

Druck- und Mediendienstleister wie die Industriedruck Brandenburg GmbH reagieren professionell auf diesen Zeitgeist 

Martin Lind, Geschäftsführer der Industriedruck Brandenburg GmbH: „Als Vater habe ich mich bereits vor über 20 Jahren mit dem Klima- und Umweltschutz beschäftigt. Damals gab es die meisten EU-Regularien und heutigen Strukturen und Kenntnisse noch gar nicht. Das Pariser Klimaabkommen lag noch etwa 10 Jahre voraus. 

Der Medienexperte erinnert sich, dass eine professionelle, nachhaltige Ausrichtung für ihn vor 20 Jahren kein flippiger Trend war. Es war eher ein einsames Handeln, wenn nicht ein Schwimmen gegen den Strom. Daher lassen ihn die aktuellen, wohl nur temporären politischen Anti-Nachhaltigkeits-Tendenzen – wie in den USA – nicht an seiner Haltung zweifeln.

„Ich habe als einer der ersten Druckereigeschäftsführer EMAS-zertifiziert produziert. Das war damals und ist auch heute insbesondere eine Frage von Haltung und Werten. Wobei: Moral war vor über 20 Jahren ein vergleichsweise teures Gut. Die betriebswirtschaftlichen Vorteile entwickelten sich erst über die Jahre, bis in die Gegenwart, laufend weiter – zugunsten der Industriedruck Brandenburg GmbH und auch ihrer Kunden.“

 
Bücher, Klett-Verlag, nachhaltig zertifiziert gedruckt bei Industriedruck Brandenburg

Buchproduktion bei Industriedruck Brandenburg:
Auf Wunsch mit dem Blauen Engel DE-UZ 195 zertifizierbar. Belastbarkeit und Stabilität der Bücher sind elementar. Besonders auch bei Schul- und Lehrbüchern sind eine professionelle Bindung und die Qualität des Drucks für die Langlebigkeit elementar. Längere Nutzungszeiten und mehr Nutzer zahlen auf den CO₂-Fußabdruck jeweiliger Druckprodukte ein. Bildquelle: IDB


„Wir handeln generell auf Basis unserer Haltung und Werte.“  

Neben moralischen und betriebs- oder energiewirtschaftlichen Erwägungen, sagt der heutige Großvater Martin Lind, werden Anforderungen in den Lieferketten zunehmend relevant – besonders wegen der EU-weiten Berichtspflichten (CSRD, Corporate Sustainability Reporting Directive): Die gelten zwar nur für große Unternehmen zwingend und für kleinere Unternehmen im erleichterten Berichtsstandard VSME (Voluntary Small and Medium-Sized Enterprises Standard) freiwillig. Doch trotz der Freiwilligkeit wird VSME voraussichtlich schon in den kommenden Jahren, über den Marktdruck in den jeweiligen Lieferketten, zum Standard für fast alle Unternehmen in der EU.

 
Bücher, Klett-Verlag, nachhaltig zertifiziert gedruckt bei Industriedruck Brandenburg

Ein klassischer Produktionsschwerpunkt der IDB:
Die Produktion von Schulbüchern erfordert Prozesssicherheit und Kontinuität. Die Bücher müssen oft auch Jahre nach dem Druck ihre Aufgabe zuverlässig erfüllen.
Der Kunde „Ernst Klett-Verlag“ ließ seine Lieferanten durch Ecovadis bewerten. Industriedruck Brandenburg konnte Bestwerte vorlegen. Bildquelle: IDM


Martin Lind: „Das erklärt, warum immer häufiger auch kleinere Verlage und Unternehmen an der nachhaltigen Medienproduktion interessiert sind. Oft sind die eigenen Werte dabei wesentlich, aber immer häufiger erhalten wir auch regulatorische Nachfragen, auf Basis der verschiedene Lieferketten unserer Kunden. Beim Wareneinkauf, natürlich auch von Druckprodukten, wird es immer wichtiger auf den CO2-Fußabdruck und weitere Nachhaltigkeitsleistungen der Geschäftspartner zu achten und diese Obacht auch transparent und nachweislich zu dokumentieren.“

Trotz der seltsamen Töne aus den USA und der populistischen Tendenzen in der EU bewegen sich Unternehmen wie Industriedruck Brandenburg heute in einem deutlich stärkeren nachhaltigen Umfeld als noch kurz nach der Jahrtausendwende, mit deutlich mehr involvierten Unternehmen: 

Wir – und mittlerweile Zehntausende Unternehmen in der EU und weltweit – tragen einen Teil zur internationalen Strategie des Umwelt- und Klimaschutzes, zur Stärkung einer resilienten, da nachhaltigen EU-Wirtschaft, zur wachsenden Energie-Souveränität und zu mehr Zukunftsfähigkeit und Sicherheit in der EU bei.

Die Säulen der zertifiziert nachhaltigen Medienproduktion 

Der Unternehmer setzt bei der Herstellung von Druckprodukten seit über 20 Jahren auf eine zertifiziert nachhaltige Produktionsumgebung – mittlerweile dokumentiert durch das weltweit anspruchsvollste Umweltmanagement-System EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). Die Umwelterklärung und das Zahlenwerk werden regelmäßig von staatlich autorisierten Prüferinnen oder Prüfern auditiert. 

Vom FSC (Forest Stewardship Council) wird das Unternehmen seit Jahren für die Verwendung von Papieren aus nachhaltiger Forstwirtschaft zertifiziert (Überwachungsaudit). 

Daneben ist die IDB von der Vergabestelle RAL zertifiziert, Druckprodukte mit dem Blauen Engel DE-UZ 195 zu kennzeichnen. Der Blaue Engel ist das aktuell mit Abstand strengste und glaubwürdigste nachhaltige Druckproduktlabel. Es fokussiert auf die gesamte Produktion bzw. die Produktionsumgebung von Druckerzeugnissen. Herausgeber ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). 

Das Unternehmen bezieht außerdem zertifizierten Ökostrom und engagiert sich sozial und regional, bietet Workshops zur nachhaltigen Medienproduktion an und leistet freiwillig noch einiges mehr für den Umwelt- und Klimaschutz.

Diese und diverse weitere umwelt- und sozialrelevante Dokumente, Nachweise und Auszeichnungen stellt die Brandenburger Druckerei in einer passwortgeschützten Datenbank bei der weltweit größten Rating-Agentur EcoVadis zusammen:

blank

Scorecard von IDB: Druckereien lassen ihre nachhaltigen Gesamleistungen zunehmend von EcoVadis bewerten –
dem weltweit führenden Rankingdienst (Benchmarking-Plattform) für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung (CSR). IDB-Kunden können auf bestimmte Bereiche und Dokumente der EcoVadis-Plattform zugreifen und sich dort speziell über die Nachhaltigkeits-Leistungen von IDB informieren. Bildquelle: UmDEX, KI (gemini).


Industriedruck Brandenburg erreicht Gold
beim weltweit größten Rankingdienst EcoVadis

EcoVadis ist die weltweit führende Benchmarking-Plattform für die Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung (CSR) von Unternehmen. EcoVadis ist ein unabhängiger internationaler Rankingdienst, der die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen durch eigene Experten bewertet. Diese Bewertung erfolgt nachweisbasiert durch einen branchenspezifischen Fragebogen, dessen Angaben mit Dokumenten wie Richtlinien, Zertifikaten und KPI-Daten belegt und von EcoVadis-Analyst:innen geprüft werden.

A) Was prüft EcoVadis?

Im Zentrum der Bewertung stehen 21 Kriterien, die in vier Themenbereiche untergliedert sind: 

  1. Umwelt, 
  2. Arbeits- und Menschenrechte,
  3. Ethik und 
  4. nachhaltige Beschaffung.

Jedes der für das Unternehmen relevanten Kriterien wird wiederum anhand von drei Säulen (aufgeteilt in 7 Managementindikatoren) geprüft.

B) Wie prüft EcoVadis? 

Der Ranking-Dienstleister prüft nicht nur, was ein Unternehmen theoretisch tun möchte, sondern wie tief das Thema Nachhaltigkeit tatsächlich im Management verankert ist. 

  • Richtlinien & Verpflichtungen (Policies)
    • (1) Richtlinien (POLI): Gibt es formelle, schriftliche Leitlinien, Mission Statements oder Verhaltenskodizes für das jeweilige Thema, die von der Geschäftsführung unterzeichnet wurden?
    • (2) Unterstützungen (ENDO): Hat sich das Unternehmen offiziell globalen Initiativen, Prinzipien oder Charten angeschlossen (z. B. UN Global Compact)?
  • Maßnahmen (Actions): 
    • (3) Maßnahmen (MESU): Welche konkreten Verfahren, Prozesse oder Systeme wurden im Alltag implementiert, um die Richtlinien umzusetzen (z. B. Schulungen der Mitarbeiter, Energiesparmaßnahmen)?
    • (4) Zertifizierungen (CERT): Besitzt das Unternehmen anerkannte, externe Zertifikate für seine Managementsysteme (z. B. ISO 14001 (Umweltmanagement) oder ISO 50001 (Energiemanagement)?
    • (5) Abdeckung/Umsetzung (COVE): Wie weit sind diese Maßnahmen im Unternehmen tatsächlich ausgerollt? Gelten sie nur für die Zentrale oder für 100 % aller Standorte und Tochtergesellschaften?
  • Ergebnisse (Results): 
    • (6) Berichterstattung (REPO): Werden regelmäßig Kennzahlen (KPIs) erhoben und transparente Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht, um die Zielerreichung messbar zu machen?
    • (7) Eigenrecherchen (360 Grad): Wie sieht die externe Wahrnehmung aus? EcoVadis prüft hier laufend Nachrichten, und Berichte von NGOs, Gewerkschaften oder Behörden auf rechtliche Verstöße, Unfälle oder Skandale.
 
EcoVadis-Scorecard von IDB (Bild KI-generiert)

Nachhaltige Kommunikation und Networking:
Geschäftspartner von IDB können, je nach Freigabestufe, diverse Nachhaltigkeitsinformationen über das Portal von EcoVadis abrufen. Dazu zählen hinterlegte Dokumente oder Gesamtbewertungen in verschiedenen Bereichen. Bildquelle: Scorecard von IDB integriert in KI-Bild (gemini).


C) Mit welcher Methode prüft EcoVadis? 

Zur Prüfung werden Dokumente (Nachweise) des zu prüfenden Unternehmens nach einem bestimmten Schema sondiert und ausgewertet. Daneben müssen Unternehmen, wie erwähnt, einen streng branchenspezifischen Fragenkatalog ausfüllen. Wie umfangreich diese Abfragen sind, hängt von der Größe des Unternehmens und den jeweils zugeordneten Branchen ab.

Die Auswertungen werden mit anderen Unternehmen jeweiliger Branchensegmente verglichen. 

Eine aktuelle Bewertung gilt für ein Jahr – dann wiederholt sich dieser Prozess. Die Leistungen von EcoVadis lassen sich in 5 Hauptbereiche zusammenfassen: 

1) Erfassung relevanter Umweltdaten (Bereitstellung vonseiten der bewerteten Unternehmen):

  • Zertifikate, 
  • Umweltzeichen, 
  • Umwelterklärungen, 
  • Bilanzen, 
  • Nachweis-Dokumente (Erklärungen, Zugehörigkeiten etc.)

2) Prüfung (Moderation):

  • Interne Bewertung durch Expertinnen und Experten von EcoVadis.
  • Hinweise auf Optimierungsmöglichkeiten (Korrekturmaßnahmepläne)

3) Benchmarking: 

  • Bewerten aller Informationen aus verschiedenen Perspektiven:
  • Branchenübergreifendes Benchmarking (alle erfassten Unternehmen).
  • Branchenspezifisches Benchmarking.

4) Kommunikation:

  • Nach der Bewertung, Austausch entsprechender Leistungsdaten.
  • Bereitstellung der Umweltweltdaten vonseiten des geprüften Unternehmens gegenüber Kunden und Lieferanten. 
  • Scorecards können geteilt werden.
  • Weitreichende Networking- und Kommunikationsmöglichkeiten.

5) Proaktiver Optimierungsprozess: 

  • Auflistung, in welchen Bereichen (z. B. Umwelt- oder Arbeitsrecht) Verbesserungsoptionen bestehen, sortiert nach Dringlichkeit.
  • Sehr nützliche Informationen von EcoVadis für Unternehmen, bezüglich wesentlicher Optimierungsmöglichkeiten.

Das Ergebnis und die EcoVadis-Scorecard

Die teilbare Scorecard zeigt, wie gut eine Druckerei speziell für die Risken einer Druckerei aufgestellt ist, auf Basis der beschriebenen Matrix und Prüfverfahren. Schließlich wird eine Punktezahl von 0 bis 100 Punkten vergeben. Die besten Unternehmen werden im Perzentil-Vergleich (bezogen auf alle bewerteten Unternehmen der letzten 12 Monate) mit Medaillen ausgezeichnet: 

  • Platin: Top 1 % (Score meist ab ca. 80 oder mehr Punkten)
  • Gold: Top 5 %
  • Silber: Top 15 %
  • Bronze: Top 35 %

Jede vergebene Medaille wurde im Benchmark mit sämtlichen bei EcoVadis angeschlossenen Unternehmen gewichtet.

Prüfung, Vergleich, Verbesserung, Vernetzung, Kollaboration 

Die vorbeschriebene, standardisierte Bewertung gewährleistet besonders mit Blick auf einzelne Branchen, Konsistenz zwischen allen bewerteten Unternehmen – eine belastbare Basis also für Vergleiche.

Das System ist kein starres Vakuum, sondern basiert auf dem Benchmark zu den jeweiligen Vergleichsgruppen (Peer Groups). EcoVadis bewertet Unternehmen jährlich dynamisch neu: Verbessert sich der Markt, müssen Unternehmen sich mitbewegen, um ihren Rankingstatus zu erhalten (Peer-Group-Dynamik). 

Schließlich können Unternehmen wie IDB ihren Kunden einen Zugriff auf alle wichtigen Umweltdaten (online hinterlegte Dokumente, Auswertungen, Vergleichswerte etc.) ermöglichen, zum Beispiel durch das Teilen der eigenen Scorecard per E-Mail-Einladung: 

Teilnehmende Unternehmen finden im Backend des EcoVadis-Systems weitreichende Informationen und Vergleichsfunktionen, die dabei helfen, die eigene Positionierung und Verbesserungsoptionen einzuschätzen. 

Das Netzwerk umfasst derzeit rund 175.000 bewertete Unternehmen in über 180 Ländern. Darunter nutzen ca. 1.500 multinationale Großkonzerne die Plattform für ihren Wareneinkauf – das entspricht einem Einkaufsvolumen von über 2 Billionen Euro weltweit – Geldströme, die direkt davon beeinflusst werden, ob Lieferanten ihre Nachhaltigkeitskriterien erfüllen oder nicht.

Martin Lind rechnet vor: „EcoVadis bietet sehr faire Preise für tiefgehende Funktionen und professionelle Bewertungen. Wir investieren jedoch viel Aufwand. Das macht sich insbesondere für immer mehr unserer Kunden bezahlt. Unser nachhaltiges Handeln zahlt u. a. auf die Energieeffizienz und die Einsparung von Druckhilfsmitteln etc. ein. In einer Zeit, in der Material- und Energiekosten sprunghaft steigen, ist es also ein Irrglaube, dass eine nachhaltige Ausrichtung Druckprodukte teurer macht. Das Gegenteil ist der Fall, abgesehen von den Mehrkosten für nachhaltiges Recyclingpapier. 

Auch Themen wie Arbeitsrechte, Diversität und Compliance sind gewichtige Faktoren für das Ranking bei EcoVadis. Folglich haben wir enorme Learnings, da sehr konkret aufgezeigt wird, wo es noch an Verbindlichkeit fehlt, um geäußerter Absichten zu verifizieren.“

Was unterscheidet UmDEX von EcoVadis? 

EcoVadis und die Brancheninitiative UmDEX unterscheiden sich primär in Ziel, Reichweite und Art der Bewertung: EcoVadis ist eine internationale Nachhaltigkeitsbewertungsplattform für Unternehmen und Lieferketten, während UmDEX eine Brancheninitiative bzw. Such- und Transparenzplattform speziell für nachhaltig zertifizierte Druckdienstleister in der DACH-Region ist. UmDEX bietet einen schnellen Überblick, speziell auf nachhaltige Druckereien. 

Die Brancheninitiative verbindet u. a. mit der sog. UmDEX-Tabelle Ziele, wie sie in der EU-Richtlinie EmpCo forumiert werden (mehr Transparenz, Fairness und Ehrlichkeit), mit den von EcoVadis eingeforderten, belastbaren Nachweisen und Dokumenten zwecks branchenübergreifender Benchmarks. Zusammenfassend: 

  • Wenn ein Unternehmen seine Lieferkette allgemein bewerten und mit vielen Partnern standardisiert arbeiten will, ist EcoVadis das passendere System.
  • Wenn es gezielt um die Auswahl nachhaltiger Druckereien und um Transparenz im Printbereich geht, ist UmDEX ein optimaler Anlaufpunkt.

Der Brandenburger Mediendienstleister ist mit Blick auf sein nachhaltiges Engagement und die Produkt- und Unternehmenszertifizierungen eine klassische Druckerei der UmDEX-Klasse, kann also außerordentliche Umweltleistungen im Sinne der EmpCo-Verordnung nachweisen.

Rapida Druckmaschine bei Industriedruck Brandenburg

Die bei IDB aufgestellte Druckmaschine von Koenig & Bauer: Rapida 164 5+L produziert ein Format von fast zweimal DIN A0. Optimal für große Formate oder Auflagen. Bildquelle: IDB

Zu den Produkten, die auf der Druckmaschine „Koenig & Bauer Rapida 164 5 + L“ (mittels Kodak, prozesslosen CtP-Druckplatten) gedruckt und u. a. im Haus auf deiner „Perfecta 225“ Schneidanlage auf Maß geschnitten werden, zählen u. a. große Kalender,  Hard- und Softcover-Bücher in höher Auflage und auch großen Umfängen, Faltpläne, POS-Material etc.

Anstand und Fairness: Mission Impossible?

EmpCo, der EU-AI-Act, die Ökodesign-Verordnung, EUDR, Berichtspflichten usw.: Es geht letztlich darum, dass sich Unternehmerinnen und Unternehmer ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind – noch nicht einmal darum, absolut perfekt zu sein, aber sich auf einen prozessbewussten Weg zu machen, so, wie Martin Lind mit seinem Team. 

Gesetze sollen nicht die stören, die anständig wirtschaften, sondern vor denen schützen, die unlauter, unfair und umweltschädlich handeln. 

Die EmpCo-Verordnung z. B. verbietet gerade nicht, dass Unternehmen, die außerordentliche Nachhaltigkeitsleistungen vorweisen, dies auch sagen dürfen. Sie unterbindet allerdings bewusste Täuschung von Verbraucherinnen und Verbrauchern und stark verbreitetes Greenwashing. 

Würden alle Unternehmen lauter wirtschaften, bräuchte es kein Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG). Ohne Greenwashing wäre eine EmpCo-Verordnung (Empowering Consumers for the Green Transition) überflüssig. Wir könnten auch auf den EU-AI-Act verzichten, würden Urheberrechte, Transparenz- oder Kennzeichnungspflichten nicht massiv verletzt. Auch eine EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR – Ecodesign for Sustainable Products Regulation) bliebe unnötig, wenn nicht z. B. Produkte massenhaft bewusst auf Verschleiß gebaut worden wären. Und es bräuchte auch keine Entwaldungsverordnung (EUDR), wären nicht riesige Urwaldflächen z. B. für die Tierfutterindustrie gerodet worden.

In jeder Branche gibt es Unternehmen, die nachweisen, dass Fairness, Nachhaltigkeit und Menschenrechte ökonomisch funktionieren. Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch. IDB deckt einen wachsenden Bedarf an nachhaltig zertifizierten Druckprodukten, beispielsweise:

Zukunfts-Pfad statt Bürokratiemonster

Wie erwähnt, trügt mit Blick auf die Realwirtschaft der Eindruck, dass transformative Regularien, Normen und Methoden oder gar entsprechende Technologien rückläufig sind. Die nachhaltige Transformation – und die nachhaltige Medienproduktion als ein festverbundener Teil davon – wird weiterhin weltweit ambitioniert vorangetrieben. 

In jüngster Zeit wurden diverse EU-Richtlinien und -Verordnungen im Zuge der sog. Omnibus-Deregulierungsreform vereinfacht, denken wir nur an das Berichtswesen, das durch den VSME-Standard zum Schutz kleinerer Unternehmen vereinfacht wurde. Auch beim EUDR (Europäisches Entwaldungsgesetz) gab es neue Anläufe, mit dem Ziel der Vereinfachung. Vom Tisch sind diese und andere Regularien also nicht. 

Deutlich wird, dass sich die EU als regulatorisch rechtssicherer Wirtschaftsraum weiterentwickelt, mit deutlich weniger politischen Unsicherheiten wie sie aktuell in Ländern wie den USA vorherrschen.  

Auch China zeigt sich bei seiner nachhaltigen Transformation äußerst ambitioniert. Abgesehen von der Kritik an den Methoden des Ausbaus (Umsiedlung, Arbeitsbedingungen etc.) weisen Chinas Mehrjahrespläne gigantische Investitionen in die nachhaltige Transformation aus. Dabei wird das Land nicht von Lobbys fossiler Energien beeinträchtigt, sondern plant aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht und bestätigt damit die Rentabilität vieler von der nachhaltigen Transformation betroffenen Bereiche. 

Was viele heute eher als Bürokratiemonster bezeichnen, wird sich nach den Vereinfachungen zur  Routine in der EU entwickeln. Professionell nachhaltige Unternehmen und ihre Kunden profitieren hier zunehmend von ihren konsequent nachhaltigen Unternehmensführungen. Diverse Siegel, Verfahren, Normen oder EU-Verordnungen und ‑Richtlinien: Keiner dieser Prozesse ist für sich genommen isoliert. In Summe lässt sich mittlerweile ein zunehmend scharfes Profil erkennen – als ein in sich plausibles Regelwerk. 

Dieses Green-Deal-Regelwerk wächst, trotz aller Kritik und Geburtsfehler, zu einem Ganzen zusammen, das zunehemend plausibel erscheint.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Jürgen Zietlow

Jürgen Zietlow

Datenanalyst, Fachjournalist, Unternehmensberater für nachhaltige Kommunikation

Fokus-Slider f. alle Bereiche
Menschen, die der nachhaltigen Transformation und ihren Gründe skeptisch gegenüberstehen, hegen manchmal auch Zweifel am Green Deal – unweit der Frage, wie wichtig die nachhaltige Medienproduktion ist. Was motiviert Druckereien wie Lokay, weit über gesetzliche Anforderungen hinaus nachhaltig zertifizierte Druckprodukte herzustellen – könnten sie sich doch einfach ein grünes Mäntelchen anziehen, so wie andere? Wissen schafft Klarheit – als Basis für Haltung und Werte. Weg frei für den Fortschritt!

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

DIESEN INHALT TEILEN: